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Metapherngeschichten

Eisstern

 


Die fantastische Reise der ahnungslosen Biene Sarah in das unbekannte Land

Es war einmal eine Biene, namens Sarah. Sarah galt unter ihren Bienenfreunden als eine moderne Biene, die früh gelernt hatte, auf ihren eigenen Beinen zu stehen. Sarah wohnte in ihrer eigenen kleinen Bienenwabe, am Rande einer großen frisch duftenden Graswiese. Sarah war noch sehr jung und als kleine, wilde Biene bekannt, die die Schönheit und das Sein ihres Lebens in ihrer Vielfältigkeit zu genießen wusste. Manchmal gab es aber auch Momente in ihrem Leben, in denen sie eine gewisse Nachdenklichkeit überkam. Als Sarah an diesem Morgen aufwachte, spürte sie, dass heute wieder so ein Tag werden würde. An solchen Tagen, an denen sie ihren Gedanken freien Lauf lassen wollte, verließ sie gern ihre eigene, kleine Bienenwabe, um sich an ihren Lieblingsort inmitten der saftigen, grünen Graswiese, zu begeben. Inmitten dieser grünen Wiese stand ein sehr kleiner Baum, auf dessen Ästen sie sich gerne niederließ, denn dort konnte sie ihren Gedanken genug Luft zum atmen geben und sich einfach frei fühlen und über den Dingen schweben. Als sie in ihrem kleinen Zimmer stand, sagte Sarah zu sich selbst.

 „Heute ist ein wunderbarer Tag, ich werde ihn genießen, mich einfach mal wieder durch Raum und Zeit treiben lassen, und die Strahlen der Sonne werden mich berühren und beruhigen und ich werde dabei viel, viel Energie tanken.“ (New Behavior Generator zum Ressourcen aktivieren.) 

Während Sarah dies zu sich selbst sagte, lächelte sie sanft, in Vorfreude darauf, was heute alles Wunderbares passieren würde. Schnell packte sie deshalb ihren kleinen Proviantrucksack mit ein paar kleinen grünen Apfelstückchen und auch frisches Wasser mit Sprudel, durfte nicht fehlen, jenes das so herrlich in ihrem Bauch Wellen schlagen und prickeln konnte. „Genug Wasser zum Trinken haben, ist sehr, sehr wichtig“, dachte Sarah. Als sie zum Abflug an ihrer offenen Wabentür bereit stand, spürte sie die warmen frühlingshaften Temperaturen auf ihrer Haut. Es wehte eine leichte Brise, die wild mit ihrem blonden Haar spielte und es zerzauste. Die Sonne schien kräftig und Sarah sah am blauen Himmel nur ein paar kleine weiße Wölkchen langsam vorüberziehen. Sarah atmete tief und kräftig ein, um Kraft für den ihr bevorstehenden Flug zu tanken. 

Kurz bevor sie zum Start abheben wollte, blickte sie noch einmal kurz zurück und sagte leise, kaum hörbar. „Auf Wiedersehen liebe Wabe.“ Dann war sie aber auch schon in der Luft und flog in den Morgen und schwebte dabei leicht wie eine Feder über die wunderbar saftige, grüne Graswiese. Sarah ließ ihren Blick über die Weite der grünen Grasflächen schweifen und beobachtet wie sich die Grashalme im Spiel des Windes miteinander unterhielten. Worüber würden sie wohl reden, dachte Sarah. Die Zeit verging dabei wie im Flug und plötzlich konnte Sarah schon ihren Lieblingsbaum erkennen. „Wer war das?“ fragte sie sich innerlich. Sie traute ihren Augen kaum. Sie sah einen kleinen Vogel auf ihrem Lieblingsast sitzen, der irgendetwas am Boden zu beobachten schien. „Was wollte dieser Vogel dort, wen oder was beobachtet er?“, wollte Sarah wissen. Sie war verunsichert und fasziniert zugleich, von diesem kleinen, bunten Vogel, dessen Federkleid im Licht der Sonne strahlend hell leuchtete. Sarah umflog einige Male ihren Baum, getrieben von dem Gedanken, mehr über diesen kleinen seltsamen Vogel erfahren zu wollen. Plötzlich fasste sie sich ein Herz und setzte zur Landung direkt neben dem Vogel an, denn schließlich war es ja ihr Lieblingsort zum Verweilen und Nachdenken. Was machte dieser Vogel dort? 

Aus der Luft sah der Vogel für Sarah sehr klein aus, als sie aber direkt neben ihm saß, musste sie feststellen, dass er viel, viel größer war, als sie zuerst angenommen hatte. So saß Sarah nun neben dem Vogel auf dem Ast. Sie war in ihrem Innersten sehr wissbegierig und deshalb fasste sie sich schließlich ein Herz und fragte nach einem kurzen Moment den Vogel. „Wer bist Du und was beobachtest Du dort unten im Gras?“ „Ich bin der Vogel der Erkenntnis, ich sehe was gestern war, was heute ist und was morgen sein wird.“ antwortete der Vogel. „Was beobachtest Du“, wollte Sarah weiter von ihm wissen. „Ich schaue fasziniert auf die Raupe, dort unten.“ sagte der Vogel daraufhin. „Was ist so interessant an einer kleinen, grauen, gewöhnlichen Raupe“ spöttelte Sarah. „Was so interessant an einer Raupe ist“ wiederholte der Vogel Sarahs Aussage, um einen ersten guten Kontakt zu ihr herzustellen. (Backtrack, Rapport) 

„Ich werde Dir das Geheimnis der Raupe verraten. Für Dich mag dies im Moment noch eine ganz gewöhnliche kleine unbedeutende Raupe sein, wie es Tausende von Raupen auf der ganzen Welt gibt. Für mich ist diese Raupe aber das Sinnbild für die Faszination der Vielfalt, Einzigartigkeit und Veränderbarkeit im Leben auf unserer schönen grünen Wiese hier. Siehst Du wie die Raupe leicht verunsichert ist, sie spürt, dass sich etwas in ihrem Leben verändern wird, aber sie weiß nicht genau, was es ist. Ich habe schon oft diesen Veränderungsprozess im Leben beobachtet, ich weiß, dass die Raupe sich nicht zu fürchten braucht, sondern das alles organisch und sinnvoll sich zu ihrem Besten entwickeln wird. Das einzige was die Raupe braucht, ist Vertrauen in ihre wunderbare Individualität und Einzigartigkeit.“ 

„Warum braucht die Raupe keine Angst zu haben“, wollte Sarah wissen. 

„Das Leben ist Veränderung und so wie die Raupe gerade dabei ist, einen wichtigen Schritt in ihrem Leben zu gehen, so geht auch jedes andere Lebewesen, auf dieser Wiese viele Schritte in seinem Leben. Manche sind schön, andere wieder steinig und schwer, der nächste Schritt ist dafür wieder leicht und voller Frohsinn.

 „Das verstehe ich nicht“, antwortete Sarah. 

„Wenn die Raupe Angst hat und Du das spürst, warum hilfst Du ihr dann nicht“, fragte Sarah erregt. „Ich verstehe Dich nicht, siehst Du den nicht, wie schlecht es der kleinen Raupe zu gehen scheint.“ bohrte Sarah noch einmal mit Nachdruck nach. 

„Das musst Du im Moment auch nicht verstehen, vertrau mir einfach, dass es gut ist, so wie es eben ist.“ antwortete daraufhin der Vogel der Erkenntnis. 

„Ich will das aber verstehen, was da mit der Raupe passiert, kann das womöglich auch mit mir passieren, was ist, wenn das mit mir passiert? Ich habe Angst und fürchte mich, was bist Du für ein komischer Vogel, nennst Dich Vogel der Erkenntnis und lässt diese arme kleine Raupe da unter in ihrem Schicksal so allein.“, beschimpfte Sarah den Vogel. 

Der Vogel blieb ruhig und gelassen und beobachtete weiter die kleine Raupe unten im Gras. Sarah spürte, wie ihr plötzlich kalt wurde.

 „Fürchte Dich nicht, der Raupe geht es gut“, sagte der Vogel. 

„Du bist eine kleine Biene, es geht Dir gut, genauso wie es der Raupe dort unten gut geht. Hab Geduld Sarah. Vertraue in das Leben und erkenne, was passiert.“ 

Sarah beobachtet interessiert die kleine Raupe und bemerkte, wie sie sich langsam krümmte, wie ihr äußerer Mantel zu platzen begann.

 „Was passiert mit der armen Raupe, muss sie sterben?“, fragte Sarah ängstlich den kleinen Vogel. 

„Hab Geduld Sarah, alles geschieht so, wie es für die Raupe richtig und gut ist.“, wiederholte der Vogel noch einmal. 

Sarah fiel es sichtlich schwer, still zu sitzen und einfach tatenlos zu zusehen, aber was blieb ihr schon anderes übrig. Plötzlich sah sie aus der Raupe einen Flügel hervorkommen und dann noch einen und dann kam ein ganz kleiner Kopf zum Vorschein. „Was ist das?“, fragte Sarah den kleinen Vogel. „Das Sarah ist das Wunder des Lebens, vorgestern war es noch eine winzige Larve, gestern war es ein kleine Raupe und heute ist es ein wunderbarer schöner und kraftvoller Schmetterling.“ Sarah war beeindruckt, angesichts dieses faszinierenden Erlebnisses der Entwicklung und Entfaltung. 

„Siehst Du Sarah, die Angst ist von der kleinen Raupe gewichen. Sie fürchtete sich vor den Dingen die sie nicht kannte und verstand. Jetzt weiß die Raupe, dass sie ein wunderbarer Schmetterling ist und dass sie sich nicht hätte fürchten brauchen“, erklärte der Vogel. 

Sarah schaute leicht verunsichert zu dem Vogel, der ihr nun so groß und weise vorkam und sie fühlte sich so klein und unwissend und war sehr beschämt. Ich verstehe das trotzdem alles noch nicht so ganz, das ist mir alles viel zu viel und überhaupt. 

„Was ist denn mit mir?“, wollte Sarah wissen. „Verwandle ich mich irgendwann womöglich auch oder war ich gar mal eine Raupe oder wachsen mir irgendwann Hörner?“, fragte sie erregt. 

„Hab Geduld liebe Sarah, alles in Deinem Leben geschieht so, wie es richtig und gut für Dich ist. Sarah ich werde Dir ein Geheimnis verraten. Das Geheimnis des Lebens ist die Veränderung, Weiterentwicklung und das kontinuierliches Wachstum. Auch wenn Du die Dinge nicht immer gleich verstehen magst, so vertraue darauf, dass alles zu seiner Zeit, an seinem Ort geschieht, wie es richtig und gut für Dich ist.“

„Ich verstehe Dich nicht, Vogel der Erkenntnis.“ antworte daraufhin Sarah. 

„Genau das meine ich Sarah. Eines Tages wirst Du mich verstehen, leb wohl.“ 

Der Vogel sprach es aus und war in selbigem Augenblick auch schon verschwunden. Sarah hatte noch so viele Fragen. 

„Was war das den für ein sonderbarer Vogel. Aus seiner Rätselsprache werde ich nicht schlau“, dachte sich Sarah. „Egal, was soll es. ich bin ja heute auch eigentlich hier, um den wunderschönen Tag zu genießen und nicht um mir von einem komischen Vogel Rätsel aufgeben zu lassen.“ 

Genau in diesem Moment tauchte vor ihrem Auge ein heller Lichtkegel auf, der Wärme, Ruhe und Zuversicht auf sie ausstrahlte, in den sie kurz eintauchte und der sie alle davor da gewesenen schweren Gedanken vergessen ließ. (magischer Kreis) Sarah öffnete ihren kleinen Rucksack und nahm sich zwei Stückchen von ihren Äpfeln, welche sie als Wegzerrung mitgenommen hatte. Dann nahm sie einen kühlen erfrischen Schluck von ihrem Wasser, welches so wunderbar prickelte in ihrem Bauch. Was für ein schöner Tag, dachte Sarah, die Sonne scheint, der Himmel strahlt leuchtend blau und ich kann die Leichtigkeit des Seins genießen. Während Sarah so auf dem Ast ihres Lieblingsbaumes saß, überkam sie plötzlich Müdigkeit. Sie ließ sich von den Sonnenstrahlen wärmen und schloss sanft ihre Augen. Kaum war sie eingeschlafen, erschien ihr im Traum der Vogel der Erkenntnis. 

„Nicht Du schon wieder“, hörte sich Sarah sagen. „Du hast mich total verwirrt und dann hast Du Dich einfach aus dem Staub gemacht.“ sagte Sarah. 

„Willst Du immer noch das Geheimnis verstehen, welches ich Dir vorhin mit auf den Weg gegeben habe, dann begleite mich auf eine Reise, auf Deiner ganz speziellen Zeitlinie, in Deine Vergangenheit?““ fragte der Vogel der Erkenntnis. (Timeline)

Sarah war nicht wohl bei dem Gedanken, aber dann dachte sie sich, das ist doch nur ein Traum, was soll schon passieren und vielleicht verstehe ich ja so, was dieser Vogel damit vorhin meinte.

 „Sarah geh nun ganz tief in Dich und lass Deine Gedanken fließen und folge Dir selbst auf Deiner Reise“, sagte der Vogel. „Sarah sag mir, was Du siehst, was Du hörst, wie fühlt es sich an jenem Ort an dem Du nun bist an.“ (VAKOG - Sprache) 

Zuerst wehrte sich Sarah noch etwas gegen diese komischen Fragen, aber dann sagte sie sich noch einmal. 

„Was soll´s. Das ist ein komischer Vogel und das ist schließlich nur ein Traum, was soll mir schon passieren?“ 

Plötzlich erkannte Sarah vor ihrem inneren Auge Bilder. „Hallo Vogel der Erkenntnis, bist Du noch da? Ich sehe was.“ sagte Sarah

„Ja Sarah, ich höre und ich sehe Dich und ich bin immer da für Dich, wann immer Du mich brauchst auf Deiner Reise.“ erklärte der Vogel. „Was siehst Du Sarah, was hörst Du in Deiner Vergangenheit, wie fühlt es sich für Dich an“, fragte der Vogel der Erkenntnis noch einmal

Sarah schwebte irgendwie über einer gar merkwürdigen Szene und blickte von sehr weit oben auf ein wilde Geschehen unter sich. Zuerst wusste sie nicht recht, wo sie nun war, alles war so grau und düster um sie herum, sie hörte wirres Gedudel, welches den Geräuschen im dichten Wabengroßstadtdschungel, glich. Unverständliche Gebrabbel nahm sie war und sie sah wie viele Tausende Bienen durch die Wabenstraßen unkoordiniert tanzten. Plötzlich erkannte Sarah, dass es der alte große Bienenstock war, in dem sie als Kinderbiene zusammen mit vielen anderen Tausend Bienen einst gelebt hatte. Ja es muss ein kalter Herbsttag gewesen sein, damals. Sarah konnte den Geruch von Obst aus dem großen Wabenmarkt um die Ecke sehen und fühlte auf einmal den Geschmack von thailändischem Bienenhonig in ihrem Mund, den sie damals als Kinderbiene so gerne gegessen hatte. Plötzlich erkannte sich Sarah selbst, wie sie dort unten in der Szene mit ihren Bienenfreundinnen in einem kleinen Wabenkaffee saß und genüsslich HonigCaipirinha schlürfte. (Change history) 

Sie konnte plötzlich alles ganz deutlich wahrnehmen, obwohl sie doch so weit weg über dieser Szene schwebte. Sie fühlte eine leichte Unsicherheit und stellte sich vor, wie es wäre, an diesem Ort noch einmal zu sein, zu erleben, was sie damals erlebte, zu sehen was sie damals sah und zu fühlen, was sie einst wahrgenommen hatte. Sarah ließ ihren Gedanken freien Lauf und tauchte ein in diese Szene aus ihrer Vergangenheit. Sie saß mit ihren Freundinnen in dem Wabenkaffee und es war alles so deutlich vor ihr, als wäre es erst gestern gewesen. Der Tisch stand ganz dicht an der Wabenwand und ihr Blick schweifte kurz nach rechts auf den großen Baum der im Spätherbst schon all seine Blätter verloren hatte. 

Was war das? 

Sarah blickte auf den Boden unter dem Baum und sah dort eine kleine Larve liegen, die dabei war, sich irgendwie zu verändern. Sarah vergaß ihre Freunde um sich herum und schaute gebahnt auf dieses Schauspiel. Was geschah da mit der Larve? 

Plötzlich erschrak Sarah. Jim Carey, der Jim Carey, mit seiner furchtbaren Maske, diese miese Bienengestalt, tauchte plötzlich in den kahlen Ästen des Baumes auf. Es schien, als wolle dieser miese Halunke und Taugenichts, der kleinen Larve etwas antun. Irgendetwas schien er im Schilde zu führen, Sarah konnte das spüren. Sie mochte diesen widerlichen Typen nicht. Sarah saß auf ihrem Stuhl wie angewurzelt und zappelte wild umher. Sie wollte schreien und die kleine Larve warnen, aber sie bekam keinen einzigen Laut heraus, irgendetwas schien ihr die Zunge schwer werden zu lassen. Sarah fühlte, dass sie irgendetwas mit dieser kleinen Larve zu verbinden schien. Aber was? Sarah nahm einen kleine Schluck von ihrem HonigCaipirinha und plötzlich sagte sie leise zu sich selbst. 

„Ich bin wie diese kleine Larve.“ 

Sarah verstand ihre eigenen Worte nicht, aber sie konnte darüber jetzt auch nicht näher nachdenken, denn Jim Carey, die miese Maskengestalt, war immer noch damit beschäftigt, sich der kleinen Larve zu nähern. Plötzlich, wie aus dem nichts tauchte eine Biene mit einer roten Kappe vor Jim Carey auf und stellte sich mutig und beherzt, schützend vor diese. 

„Wage es ja nicht, Dich dem Wunder des Lebens entgegenzustellen und mit der kleinen Larve Dein Spiel zu treiben.“ sagte die Biene mit der roten Kappe zu Jim Carey. 

Jim, der sonst nicht als verlegen galt und immer einen coolen Spruch auf den Lippen hatte, schien dieser Situation nicht gewachsen zu sein. Körperlich war er der Biene mit der roten Kappe wohl überlegen, angesichts der Energie, der Entschlossenheit und des Mutes der ihm dort aber entgegengebracht wurde, war er mit dieser Situation sichtlich überfordert. 

Jim Carey zog seinen Stachel ein, den er schon zum Angriff auf die kleine Larve ausgefahren hatte und machte sehr schnell eine Kehrtwende und verschwand im Trubel des Bienengewirrs und tauchte unter den Tausenden anderen Bienen unter, welche um diese Zeit auf den Bienenstraßen unterwegs waren. Die Biene mit der roten Kappe nahm behutsam die kleine Larve in die Hand und setzte sie auf einem kleinen Ast des Baumes ab. 

„Ich bin Sarah, sagte die Biene mit der roten Kappe zu der kleinen Larve. Ich komme aus Deiner Zukunft und ich bin hier um Dir zu sagen, dass Du Dich nicht zu fürchten brauchst. Alles ist gut und richtig, wie es geschieht. Vertraue darauf, dass alles zu jener Zeit und an jenem Ort geschehen wird, wie es richtig und gut für Dich ist. Ich bringe Dir Energie, Kraft und Mut für Deinen weiteren Lebensweg. Verstehen wirst Du die Dinge, die da kommen, die da waren und die da noch sein werden, wenn es Zeit für Dich ist, es zu verstehen.“ (Change History sprechen mit dem inneren Kind) 

Dann verschwand die Biene mit der roten Kappe ebenso schnell, wie sie gekommen war. Kurz vorher blickte sie sich jedoch noch einmal zu Sarah im Wabenkaffee um und diese erkannte, dass sie ihrem Ebenbild gegenüberstand. Sarah war beeindruckt 

„Ich bin Sarah und komme aus Deiner Zukunft. Alles ist gut und richtig, wie es geschieht. Vertraue darauf, dass alles zu jener Zeit und an jenem Ort geschehen wird, wie es richtig und gut für Dich ist. Ich bringe Dir Energie, Kraft und Mut für Deinen weiteren Lebensweg.“ hörte Sarah noch einmal ihre Innere Stimme sagen. 

„Bin das wirklich ich gewesen?“, fragte sie sich etwas ungläubig selbst. 

Bevor sie näher darüber nachdenken konnte, verschwand dieses Bild wie Nebelschwaden vor ihrem geistigen Auge und Sarah erinnerte sich daran, dass dies ja alles nur ein Traum war. 

„Was für ein Erlebnis?“, dachte Sarah. Wo war der Vogel, dieser komische Vogel mit dem leuchtenden Kleid, der sich Vogel der Erkenntnis nannte. „Hey Vogel bist Du noch da“, rief Sarah laut in ihrem Traum. 

„Ja Sarah, ich höre und ich sehe Dich und ich bin immer da für Dich, wann immer Du mich brauchst auf Deiner Reise.“ antwortete der Vogel. „Sarah, wie ist es Dir auf Deiner Reise ergangen, fragte der Vogel der Erkenntnis. 

„Ich war in meiner Kindheit und habe mich selbst gesehen und dann habe ich zu mir gesprochen. Ganz verstanden habe ich Dich aber immer noch nicht, stammelte Sarah dem Vogel entgegen. 

„Nun gut“, sagte der Vogel.

 „Hast Du Lust auf eine weitere Reise auf Deiner Zeitlinie?“, fragte der Vogel der Erkenntnis Sarah. 

Sarah war sehr neugierig und da sie zusammen mit dem Vogel einen Blick gemeinsam in ihre Vergangenheit gewagt hatte, warum sollte es nicht auch möglich sein, auf einer Zeitlinie einmal in die Zukunft zu schauen. Der Vogel ist zwar komisch, aber irgendwie scheint er zu wissen, was er da macht, dachte sich Sarah.

 „Sarah geh nun wieder ganz tief in Dich und lass Deine Gedanken fließen und folge Dir selbst auf Deiner Reise in die Zukunft“, sagte der Vogel. „Sarah sag mir, was Du siehst, was Du hörst, wie fühlt es sich an jenem Ort an dem Du nun bist an.“ Diesmal wehrte sich Sarah nicht mehr gegen die Worte des Vogels und es erschienen sehr schnell Bilder vor ihrem inneren Auge. 

 

Sarah spürte einen angenehmen warmen Luftzug und die Sonne schien hell und klar. Der Wind ging leicht und in ihre Nase konnte sie riechen, dass sie dem Meer sehr nah war. Es lag eine frische angenehme Meeresbrise in der Luft. Sarah flog über eine Bergkuppe, auf der ganz viele unterschiedliche farbige Bergblumen zu sehen waren. 

„Wo lag dieser einmalige Ort auf dieser Welt, der so leicht ist, wo es so friedlich zu sein scheint, wo ich mich total befreit und aktiviert fühle“, dachte Sarah. In jenem Moment überflog Sarah in ihren Gedanken ein Ortsschild. 

„KinKin.“ 

Sarah wusste nicht, wo sich dieser Ort befand, sie nahm nur wahr, dass es sich als ein wunderbar friedlicher Ort darstellte. Oben auf der Bergkuppe erkannte sie eine Bergblume, die rötlich gelb schimmerte und etwas abseits von den anderen Blumen stand. Dies ist ein guter Platz zum Landen und Verweilen dachte Sarah. Als Sarah sanft auf der Blume aufsetzte, erkannte sie, dass sie auf dieser Blume nicht alleine zu Gast war. Ein prächtiger, bunter Schmetterling machte ebenfalls Rast auf dieser Bergblume. Er schien etwas zu trinken. Sarah fragte den Schmetterling kess. 

„Ich habe eine sehr lange Reise hinter mir und bin sehr durstig. Mein Wasser, das so wunderbar prickelte in meinem Bauch, ist leider aufgebraucht. Was trinkst Du da.“

„Ich trinke den frisch gepressten Blütennektar dieser einzigartigen Bergblume.„Wie schmeckt das“, wollte Sarah wissen. „Komm näher zu mir und koste selbst. Du siehst sehr durstig aus, kleine Biene.“ antwortete der Schmetterling.

„Ich bin Sarah“, sagte Sarah. Sie nahm einen großen kräftigen Schluck von dem frisch gepressten Bergblumennektar. Es schmeckt ein bisschen nach milden, würzigen Sonnenblumen, die sie von ihrer Blumenwiese zu hause her kannte, ein bisschen Ingwer scheint auch drin zu sein, stellte Sarah fest. Schmeckt aber super lecker und ist angenehm frisch und aktivierend. 

„Ja, es schmeckt sehr lecker und ist aktivierend frisch“, wiederholte der Schmetterling.

Als Sarah mit dem Trinken fertig war, betrachtet sie sich den Schmetterling genauer. Er hatte weiße Flügel, die von blauen Linien umrandet waren. In der Mitte seiner Flügel, waren Figuren abgesetzt, die Engelsfiguren glichen. 

„Du bist sehr hübsch.“, sagte Sarah zu dem bunten Schmetterling.

„Wer bist Du?“, wollte sie wissen. 

„Ich bin das Leben.“, antwortete daraufhin der Schmetterling. 

„Das Leben?“, fragte Sarah ungläubig nach. 

„Ja das Leben“ antwortete der Schmetterling. 

Erkennst Du mich nicht Sarah?“, fragte der Schmetterling. Plötzlich viel es Sarah wie Schuppen von den Augen. 

„Du bist die kleine Larve, die einst unter dem kahlen Baum gesessen hatte, Du bist die Raupe, die Furcht hatte, weil sie nicht verstand, was mit ihr geschieht. Du bist der wunderbare schöne Schmetterling, der sich vor meinen Augen entfaltet hat. DU BIST DAS LEBEN“, wiederholte Sarah. 

Jetzt verstehe ich, was der Vogel der Erkenntnis mir sagen wollte. „Ja Sarah, Du bist das Leben“ wiederholte der Schmetterling, ihre Worte, um sie noch einmal zu bekräftigen. 

Plötzlich erwachte Sarah aus ihrem Traum und sie erkannte, dass sie auf ihrem Lieblingsbaum, auf ihrer grünen, saftigen Wiese war. Es schien sehr spät geworden zu sein, denn die Sonne ging am Horizont goldgelb unter. Sarah schaute sich um, aber sie war ganz allein. Kein Vogel der Erkenntnis, keine Raupe und auch kein Schmetterling waren mehr zu sehen. 

„Ich bin das Leben“, wiederholte Sarah noch einmal die Worte des Schmetterlings, um es sich zu merken. 

„Alles in Deinem Leben ist gut und richtig, wie es geschieht. Vertraue bitte immer darauf, dass alles zu jener Zeit und an jenem Ort geschehen wird, wie es richtig und gut für Dich ist. Ich bringe Dir Energie, Kraft und Mut für Deinen weiteren Lebensweg“, hörte Sarah noch einmal die Worte des Vogels der Erkenntnis, um es niemals zu vergessen. 

Was war das nur für ein wunderbarer Ort. „KinKin“. Plötzlich erkannte Sarah, dass alles seinen Sinn hat und dass sich die Dinge, welche Sie beschäftigten, ordnen und erklären ließen. Sarah fasste in diesem Moment einen Entschluss. Ich werde diesen wundervollen Ort besuchen, wo die Sonne scheint und wo es so herrlich nach frischer Meeresluft duftet. 

„Ich bin das Leben, alles ist gut und richtig, wie es geschieht“, sagte Sarah ein letztes Mal, und sie flog der Sonne und einer wunderbaren leichten und strahlenden Zukunft entgegen. 

© Thomas Freund September 2007

 


 

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