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Metapherngeschichten

Eisstern

 


Die Rasputin-Essenz

Es war einmal...... in einer grauen Wüste, das Wetter war diesig, ein leichtes Zittern erfüllte die Luft und da ging er: Rasputin. Er der Prediger, der Geistheiler, der Unwiderstehliche, den doch alle liebten, fühlte sich als Versager.

Sein Volk - welches allein aus wundervollen starken Aschenputteln bestand -  verlangte nach Kaffee, sehr heißem Kaffee, dem besonderen Kaffee, dem, der aus welken Blumen mit blauer Blüte gewonnen wurde. Doch die Vorräte gingen zu ende und er war wie gelähmt, da ihm nicht einfiel, wie er schnell an neue Blumen mit blauen Blüten herankommen könnte, er fühlte sich starr, eine große Leere war in seinem Kopf. Er wanderte durch sein Wüstenland, machte sich Gedanken und achtete peinlich darauf nicht irgendeiner der starken Aschenputteldamen zu begegnen. Bei seiner Wanderung kam er an einem Flipchart vorbei auf dem geschrieben stand:

„NUTZE DIE SITUATION, GEHE ÜBER DIE ROTE LINIE, FÜHLE DICH WOHL, kaufe ein Erdhörnchen?“ Rasputin war verwirrt. Er konnte sich nicht vorstellen, was er mit einem Erdhörnchen anfangen sollte.

Er ging weiter. Plötzlich kam aus dem Dickicht eine Maus geschossen, sie war aschfahl und sah erbärmlich aus. „Rasputin!“ schrie sie: „iss diese Banane.“

Er war so erschrocken, dass er die Banane ohne nachzudenken ass. Sein letzter Gedanke war noch das die Banane irgendwie holzig schmeckte, das letzte was er sah war das die Maus fies grinste, und das letzte was er hörte war die Maus, die sagte: du hättest ein Erdhörnchen kaufen sollen.

Dann fiel er in einen tief Rausch....... von einem dramatischen Orchesterauftakt wurde er aus seinen Träumen gerissen. Auf einem hohen Berg stand der Herr der Ringe. Er hatte ein braunes Gewand an, und seine grauen Haare wehten in einer windigen Brise. Rasputin wurde kühl und gleichzeitig merkte er, wie ihm der kalte Schweiß auf der Stirn stand. Dicke Wolken türmten sich am Himmel zusammen. Der Herr der Ringe war groß, übermächtig. Rasputin fühlte sich klein, immer kleiner...... und plötzlich: Stille. Ein Raunen ging durch die Landschaft. Rasputin rieb sich die Augen, der Herr der Ringe warf seinen Mantel ab und war nicht größer als Frodo?!

Er kam den Berg hinuntergeschlendert, biss herzhaft in eine Zitrone die nicht größer als ein Steinchen war und sprach: „Rasputin, glotz bloß nicht so. Das Publikum verlangt stehts den Auftritt des großen Mannes. Ich bin ich und so wie du. Lass uns hier unter die Grashalme setzen und einen Roibusch-Vanille-Tee schlürfen. Ich weiß du fühlst dich jetzt, hier soweit weg von zu Haus, sehr klein und verletzlich, aber ich sage Dir: „DU BIST DU. DU BIST ÜBERDURCHSCHNITTLICH  BEGABT UND EIN ECHT TOLLER TYP. Ich mag dich sehr und ich werde dir ein Geschenk machen, ich schenke dir einen Freund: MICH! Jedes Mal wenn du dich ängstlich fühlst und das Gefühl hast, jemand könnte über dich lachen werde ich kommen und dir Kraft und Stärke verleihen, ich werde alles für dich regeln, du wirst mit MIR an DEINER Seite nun immer an DICH glauben.“ Rasputin war überglücklich, seine Augen glänzten, er wirkte anziehend, erfrischt, seine Stimme war kraftvoll und er wurde sich seiner Ausstrahlung ganz bewusst..... er verabschiedete sich vom Herrn der Ringe der aussah wie Frodo und dankte ihm. Er zog los, zurück über die Traumbarriere in die Realität, in sein Land, zurück zu seinen Aschenputteln.

Auf seiner Reise in die Heimat begegnete ihm ein Pferd, das Pferd erlaubte Rasputin auf ihm zu reiten. Das Pferd pfiff die ganze Zeit „You are so beautiful“, rannte schnell und hüpfte mit im Rhythmus der Musik. Die Sonne schien und Rasputin erzählte dem Pferd von seinem Kaffeeproblem. 

Das Pferd fragte nach der Ursache, nach Rasputins Ziel und ob er Ressourcen zur Lösung seines Problems hatte und welche Ressourcen er noch bräuchte. Rasputin rasten die Gedanken. Ja, natürlich! Er hatte sich auf einen sehr seltenen Rohstoff beschränkt. Er wollte ein Getränk, was für alle seine tollen Aschenputtel stehts zur Verfügung steht. Er konnte ihnen doch Kirsch-Bananen-Saft anbieten, der ist kühl und erfrischend. Er könnte auch noch Erdbeeren beimengen, alles war reichlich vorhanden. Was für sensationelle Effekte konnte er damit erzielen. Rasputin war kurz vorm Platzen, er war voller Stolz. Er dankte dem Pferd für die Lösungshilfe und verabschiedete sich. Jetzt wollte er flott heim. Er kaufte sich ein schnelles Auto und raste nach Hause.

Als er ankam erlebte er eine Überraschung:

Er nahm alles anders wahr! Die Wüste war jetzt ein Strand. Farben umgaben ihn, türkises Wasser, weiße Wolken, grüne Wälder, alles wirkte so beschwingt und strahlend. Er nahm einen riesigen Strauß von Rosen, ging jede einzelne seiner Aschenputtel besuchen und lud sie zu einem Ball ein. Am Abend hatten sich alle Aschenputtel im Ballsaal versammelt. Auch sie nahm Rasputin jetzt anders war. Sie waren sehr weiblich gekleidet, strahlten Kompetenz und stärke aus. Seine Angst ihnen gegenüber war verschwunden. Er präsentierte ihnen auf der Showbühne mit einem Lachen auf seinem Gesicht und siegessicher sein neues Getränk, welches sie glücklich und zufrieden machen wird.

Es hieß: "Lust auf jeden Tag". Die Frauen waren begeistert, sie nickten zustimmend, zeigten strahlende Gesichter vor lauter Wohlgefühl und es wurde noch eine tolle Party. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann genießen sie sich noch heute gegenseitig. 

Juliane Sander 

juliane.sander@gmx.net

   

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