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Metapherngeschichten

Eisstern

 

   
Der Fuchs und sein Freund Thilo der Kater

Es ist wieder soweit, endlich Wochenende!
Thilo der Kater, der vor einem Jahr von Frau Schmidt gefunden und adoptiert wurde, darf seine Freunde im Wald besuchen.

Kater Thilo hieß nicht immer Kater Thilo, erst Frau Schmidt gab ihm diesen Namen.

Einmal im Monat besucht Kater Thilo seinen alten Freund, den Fuchs.
Dieser ist schon ganz aufgeregt, sodaß er immerzu auf seine Uhr sieht und am feierlich gedeckten Kaffeetisch vorbeigeht.
Der Fuchs hat sich viel Mühe gegeben, um seinem Freund Thilo eine Freude zu machen: Dampfender Kaffee, noch warmer Kuchen, süßes Obst und sogar frisch gefangener Fisch stehen bereit.

Die Ungeduld des Fuchses wächst und wächst: "Wann kommt Thilo denn endlich?".
"Ach, 'Thilo',  was ist das eigentlich für ein komischer Name für einen Kater?", denkt sich der Fuchs weiter.
"Jedes Kind weiß doch, daß ein Kater Kater zu heißen hat, sowie Hase Hase und Fuchs nunmal Fuchs heißt! Aber doch nicht Thilo, Petra oder Karl...".
"Naja", murmelt Fuchs und trinkt schon einen kleinen Schluck vom frischen Kaffee. "Nichts für ungut, immerhin ist Thilo ein interessanter Name".

Dann endlich klingelt es im Bau des Fuchses- sein Freund ist angekommen!
Fuchs macht schnell die Tür auf und beide umarmen sich sehr herzlich.
Sie haben sich nämlich schon länger nicht gesehen, da Thilo mit Frau Schmidt- für eine Ewigkeit, so scheint es dem Fuchs- auf Weltreise war.

Zu Kaffee und Kuchen tauschen Fuchs und Thilo der Kater Neuigkeiten und natürlich jede Menge Geschichten aus.
Thilo erzählt von der Renovierung des Büros von Frau Schmidt und wie gut diese Veränderung sie bei der Arbeit an ihrer Biographie inspiriert.
Thilo erzählt auch von dem Besuch mit Frau Schmidt in der Benimm-Schule.
Fuchs findet das etwas merkwürdig und auch komisch, schenkt seinem Freund aber weiterhin volle Aufmerksamkeit.
"Ah. Oh!" und "Hmm...", gibt der Fuchs ab und zu von sich und trägt so zum Gespräch bei.
Der Kater ist wie aus dem Häuschen und erzählt und erzählt und erzählt...
Besonders reichlich berichtet Thilo von der Reise mit Frau Schmidt.
Er meint, er hätte soviel gesehen und erlebt, daß er darüber nachdenkt, ein Buch zu schreiben. Aber so richtig weiß er es doch noch nicht.
Fuchs meint, daß es auf jeden Fall interessant sei.
"Nicht wahr? Ich würde über die Wüste, wo es nur Sand, Sonne und Skorpione gibt, schreiben".
Fuchs: "Jaja, nur Sand, Sonne und Skorpione...".
"Ja, und Gebirge! Aber eigentlich ist da nicht soviel los, alles so mausgrau, kahl und immer kalt".
A propos Maus, Mäuse zu fangen sei Barbarei, meint Thilo und verkündet stolz, er sei jetzt Vegetarier.
Fuchs reicht Thilo im Schwall seiner Worte einen Happen Fisch, der mit Begeisterung von Katerchen gefressen wird. Und wie es sich für einen anständigen Thilokater gehört, werden nach dem Essen sorgsamst die Pfoten abgeleckt: "Mhh...!".

Gut gegessen und getrunken, wird Thilo der Kater ernst: "Soll ich wirklich ein Buch schreiben?". Er schaut seinen Freund an.
"Kann ich das? Würden die anderen Tiere es lesen?".
"Was hindert dich daran, ein Buch zu schreiben? Du konntest schon immer sehr gut erzählen und alle fanden deine Geschichten stets interessant!".
"Ich weiß nicht genau, wann ich damit anfangen sollte".
"Was würde passieren, wenn du gleich morgen damit anfängst?", fragt der Fuchs seinen zweifelnden Freund.
"Oh ja! Dann könnte ich dir schon am nächsten Wochenende daraus vorlesen!". Thilo der Kater ist plötzlich wieder voller Begeisterung.
"Ich werde in kürzester Zeit berühmt!".
Der Kater ist aufgesprungen und macht sich schleunigst auf den Weg nach Hause.
"Geh' in's Büro von Frau Schmidt und nimm dir Stift und Papier!", ruft der Fuchs noch hinterher, doch Thilokater war schon gar nicht mehr zu sehen.

Katerchen ist mittlerweile schon fast fertig mit seinem Buch, aber er macht ein bisschen oft Pause mit Schreiben, wegen eines kleinen Häppchens frischen Fischs zur Stärkung.

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