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Metapherngeschichten

Eisstern

 


Der Maulwurf

Es war einmal ein Maulwurf. Er war ein fleißiger und gewissenhafter Maulwurf. Gehorsam und artig vollbrachte er seinen alltäglichen Arbeiten. Es war sein Maulwurfleben und es war gut so wie es war... Er buddelte jeden Tag seine unterirdischen Gänge und Tunnel. Diese Arbeit war entsprechend anstrengend und es gab wenig Abwechslung, aber hatte er Grund sich zu beklagen?

Es war halt wie es war.....es war seine Welt und er lebte in dieser Welt sein Maulwurfleben.

Seine Welt war überschaubar, das hatte er sich so eingerichtet. Es kam wenig hinzu, war alles „eigentlich“ bekannt und seine Gedanken ließen „eigentlich“ wenig Raum zum Entdecken von neuen unerforschten Perspektiven.

Zu sehr arbeitete er sich unterirdisch Stückchen für Stückchen alltäglich voran....

Eines Tages, als er gerade dabei war sich seinen Weg durch die muffige, dunkle Erde zu bannen, sah er in weiter Entfernung einen kleinen Lichtpunkt“.

Er konnte ihn nur schwer detailliert erkennen, aber er hatte ein bestimmtes für ihn „neues“ Gefühl, etwas was er nicht kannte, etwas was ihn aus seiner Routine herauszog, etwas, das seine Aufmerksamkeit einnahm.

Dieses Licht fiel durch ein winziges kleines Loch in der Erde, wo die Sonne sich kämpferisch entschlossen hatte, sich genau an diesem Punkt der Erde Platz zu verschaffen.

Wo er stand war es kalt und dunkel aber dahinten, da in „eigentlich“ unmittelbarer Entfernung, da schien es warm und hell zu sein... aber es war nur ein kleines Licht.....eigentlich nur ein Loch in der Erde....

Verwundert, sehr neugierig und wissbegierig, verstärkte er seine Bewegungen, schneller und schneller schob er den Sand beiseite, er wollte diesem Licht näher kommen, er wollte es sehen, anfassen und umarmen und diesem wohligen Gefühl von Neugier nachgeben und das Unbekannte erforschen. Er konnte sich die Öffnung nicht erklären, aber es war auf einmal weniger wichtig. Es zählte die Annäherung! Um die Bedeutung würde er sich später kümmern, nur erst einmal schauen, berühren, staunen. Er wurde schneller und schneller, seine kleinen Maulwurfarme mit den grossen Pfoten schoben den dunklen Sand motiviert nach rechts und links und dann mit Hilfe der Hinterläufe nach hinten beiseite. Das Licht kam näher, der Abstand war zu gross um „eigentlich“ etwas erkennen zu können, nun mach schon sagte ihm seine innere Stimme gleich hast du es...

Mit einer letzten Bewegung schob der die Erde vor ihm zur Seite, steckte seinen Kopf dem Licht entgegen. Und als nächstes bemerkte er, dass um seinen Kopf ein Windchen wehte und er „eigentlich“ mutig in das Tageslicht blickte.

Seine Augen schmerzten, er war diese Farbenpracht nicht gewohnt und überhaupt.

Er konnte sich diese grüne saftige Wiese -unmittelbar keck- vor seinen Augen „umherspringend“, nicht erklären.

Seine innere Stimme war diese Vielfalt nicht gewohnt und war noch ein wenig gefangen in der gewohnten Lebensanschauung.

Doch je mehr seine  Augen sich an die Farben und somit auch an die Intensität gewöhnten, desto mehr.....und ja!!! Genau in diesem Moment besonders!!!, genießt er die Vielfalt der grünen Farbenpracht der sichtbaren Wiese und seine neue veränderte Perspektive.

Plötzlich spürt er einen leichten Druck unnachgiebig auf seiner Nase.

Ein wenig irritiert blickt er nach oben,

„Oha!! Na ENDLICH...aber schön das du da bist!!!.

Ich habe bereits auf dich gewartet, ging wohl nicht eher, was? Ich meine ja nur, hättest ja auch schon früher das Tageslicht sehen können...nun denn los geht’s“, sagt eine kleine Gestalt zu ihm, die in geringem Abstand zu seiner Nase vor seinen immer noch empfindlichen Augen auf und ab tanzt. Diese Gestalt hat Flügel, kleine weisse, durchsichtige Flügel.

„ Wer bist du?“, fragt der Maulwurf irritiert vorsichtig.

„ Ich bin eine gute, kleine Fee! Das siehst du doch, schließlich habe ich kleine weiße durchsichtige Flügel auf meinem Rücken und wie du unschwer erkennen kannst schwebe ich über dem Boden, “antwortet sie. Damit er dies besser sehen kann, drehtesie sich kurz herum und hält ihm demonstrativ ihre Flügel direkt vor die Augen.

Es gibt keine Feen und schon gar keine, die vor deinen Augen fliegen...flüstert eine Stimme links in der Höhe seiner versteckten Ohren.

In seinem Gespräch vertieft hört er sie, die kleine muntere Gestalt unaufhaltsam bei ihm:

„okidoki, also nun hast du es gesehen, ich bin hier und nun können wir anfangen..“

Der Maulwurf ist von dem Tempo des nun anstehenden Perspektivenwechsels überfordert, Veränderung ja..aber so schnell? Wie das?

„W-i-e anfangen?“, fragt der Maulwurf immer noch erstaunt.

„Ist doch ganz einfach, du hier, ich hier, wir können anfangen zu arbeiten.

Schließlich bin ich hier um dich zu verwandeln, das dauert! Und ich habe für jede meiner Verwandlungstaten nur begrenzt Zeit zur Verfügung, also hopp, hopp!

Wenn es ein Tier geben würde, das du gerne sein möchtest, welches Tier wäre das dann?“, fragte die kleine Fee unnachgiebig, in das Gesicht des Maulwurfs.

Sein  Fell hat sich bereits erwärmt von der Sonne, die wohlig warm sein Fell streichelt, dieses Gefühl macht Platz neben dem Gefühl von Gegängelt werden und unter Druck stehen.

Der Maulwurf ist sichtlich überfordert, er überlegt einige Zeit.

In der Zwischenzeit hat sich die Fee auf die Wiese gelegt. Sie liegt auf ihrem Bauch, die Arme und Beine lang ausgestreckt. Ganz so wie es der Maulwurf tut.

Sie lauschte seinem Atem, dieser ist schnell und kurz. Auch sie atmet schnell und kurz.

Er seufzt, sie seufzt.

Als er in Gedanken versunken nach rechts oben gen Himmel schaut, hört er von der linken Seite oberhalb seines wenig vortretenden Kinns etwas.. Eine leise Stimme, die er erkennt, verschafft sich Gehör. Lange ist es her, dass sie ihren Weg unerschütterlich bis zum Ende gegangen ist, aber nun ist sie hier:

Wie wäre es mit einem Fuchs? Dann könntest du listig durch die Wälder ziehen, die grünen, saftigen Wiesen bewundern, die Farben aufnehmen und dich nach langen Futtetstrecken unter einer dicken, alten Eiche ausruhen und einfach den Weg fortsetzen ,wenn du weiter voranschreiten möchtest...

„ Ich habs“, verkündigt der Maulwurf stolz.

„ Ich möchte „eigentlich“ ein Fuchs sein, „entgegnet er schnell aber wenig entschlossen.

„Oha! Ich soll dich „eigentlich“ in einen Fuchs verwandeln,“ fragt die Fee bestimmt nach.

„ Aber ja“, antwortet der Fuchs und schüttelt dabei heftig den Kopf.

„ In einen Fuchs?“, fragt die Fee entsprechend angelockt und schüttelt dabei ebenfalls heftig den kleinen Kopf.

„Wenn es noch einen Einwand geben könnte, den du haben könntest, um wirklich ein Fuchs zu sein, welcher wäre das, lieber Maulwurf?“ hakt sie nach.

Der Maulwurf überlegt, schaut nach links unten, bleibt dort einen Moment und dann wandern seine Augen nach links oben und er antwortet leise:

„Dann könnte ich „eigentlich“ nicht fliegen.“

„Das ist ein schöner Einwand, den du vernommen hast, würdige diesen Einwand und überlege dir einfach,. ob da eine positive Absicht hinter stecken könnnte und ja, welche das sein könnte, wenn sie da wäre..“, entgegnet die Fee begeistert.

Der Maulwurf würdigt diesen Einwand und spontan gibt er seinem tapferen Gefühl von innen nach:

“Ich möchte jetzt ein Adler sein“, erwidert er stürmisch und ungewöhnlich klar definiert.

„Wenn du dir vorstellt, du bist ein Adler, wie wäre das für dich?“, fragt die kleine Gestalt nach.

„Ich fliege, hoch oben in der Luft, ich habe eine phantastische Übersicht über die grünen saftigen Wissen, die ich überfliege. Die Sonne wärmt meine Federn und ich kann die Schleierwolken am Himmel zählen und ihnen nachfliegen. Ich überquere Berge und das Meer. Ich beobachte die Wellen, sehe die fliessenden Bewegungen des Wassers, bin frei zu fliegen, wo ich hin will und habe ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit und erwarte mutig die kommenden Abenteuer.“

„Oha! Sehr schön! Sehr schön! Nun verstärke die Intensität des Films, in dem du nochmals die Farben, die Perspektive in deinem Film verstärkst und wiedergibst“, ermutigt ihn die Fee.

Der Maulwurf lächelt, er sieht den blauen Himmel, bewundert die weißen, durch den Himmel gleitenden Schönwetterwolken.

Die Sonne durchdringt seine Federn und er spürt ein angenehmes wohliges inneres Gefühl von Wärme während er frei und mutig, begleitet von der gelben Sonne, die immergrünen Wiesen verlässt und mit einer sichtbaren Leichtigkeit die Steilküsten unter sich anschaut bevor er seinen abenteuerlichen Weg über das tiefblaue, wellige, nach Salz duftende Meer beginnt... 

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