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Metapherngeschichten

Eisstern

 


Roger Moore
 

Roger Moore war wieder einmal unterwegs einen Auftrag auszuführen, den er sich nicht selbst gestellt hatte. Das Übliche also! Es war seine Aufgabe die drohenden behäbigen Lavamassen aufzuhalten, die die Welt in totale Erstarrung bringen konnten, zu einem Block glühenden Eisens. Diese Art von Jobs hat er schon oft erledigt, nur diesmal war sein Unternehmen aufssichtslos. Ein Mann gegen das gesamte Urgestein jahrtausende alter Erfahrungen. 

Er fährt die ewig scheinende Straße entlang. Das hereinbrechende Unheil machte ihm zwar ein unangenehmes Kribbeln im ganzen Körper, doch er selbst war schon von der Erstarrung vereinnahmt. Die Scheinwerfer seines Fahrzeugs erhellen nicht ein mal die vom Regen und Donner verdunkelte Straße. Gerade sah er noch weiße Margariten am Wegrand stehen, doch das Unbehagen und die ganze schwere Last des Dauerregens drücken ihn nach unten. Da schwebte ihm ein letzter, aller letzter Schmetterling ins Auto, jedoch bemerkte er den Schmetterling nicht und er erinnert sich statt dessen ganz eigenartig an vergangene Tage: An den Strand, die Dünen und das Wasser. Seinen Coctail, den er liebte und diesen unvergleichlichen Zitronen-Minze Geschmack, gekrönt mit süßem Rohrzucker. Er erinnert sich an seine Kollegen, die Musik am Strand und an die bereits aufgehende Sonne. Die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der einstmaligen Zeit. Es gab nichts, das ihn aus der Ruhe bingen konnte, nichts, das es dringend zu erledigen gab. Damals hatte er keinen Zugzwang und noch keinen Auftrag! In diesen seinen Gedanken versank er in einen tiefen Schlaf, so tief wie ihn Dornröschen wohl geschlafen haben musste.

***

Ein jäher Pfiff brachte ihn wieder zu Bewusstsein. Immer in dem Moment wenn es so richtig schön zu werden beginnt, reißt ihn die harte Realität des Lebens aus seinen Gedanken-Träumen. Es wird ihm sein Auftrag wie ein Stich gegenwärtig. Er fragt nach dem Sinn. Fragt sich, wie und ob er der Aufgabe stand halten kann. Die Zeit drängt und die ewig lange Straße ist eingehüllt von dunkelsten Regenschauern, die nur ab und zu vom grellen Licht der Blitze erhellt wird. Er zweifelt daran, seinen Auftrag ausführen zu können, zumal er auch nicht weiß, ob es überhaupt noch Sinn macht. Für wen oder für was würde es sich denn noch lohnen die Welt zu retten und die drohenden Lavamassen aufzuhalten? Jetzt erst bemerkt er den Schmetterling und fragt ihn: Wer hat dich her her geschickt? 

Der Schmetterling antwortet: „Ich komme aus deiner Zukunft!“ Er fragt: Was willst du von mir in dieser lähmenden Situation?“Der Schmetterling antwortet: „Ich will nichts von dir. Du hast mich bemerkt, nun schaue mich genau an, jetzt oder später. Und du musst nicht sofort durch mich hindurch blicken, um zu sehen. Und vielleicht fragst du dich jetzt schon, wie es wäre, wenn du dir deine Zukunft wünschen könntest. Er schaut den Schmetterling weiter an und bleibt langsam stehen. „Ich muss die Lavamassen aufhalten, das ist mein Auftrag, aber wie?“Der Schmetterling antwortet ihm wieder: „Das weiß ich nicht und würde gerne sagen: Finde jetzt eine Lösung dafür.“Er: „Am Liebsten würde ich eine Motivation finden, wofür es sich noch lohnt zu handeln“. Schmetterling: „Schau dich nach dir um, wie du deinen Auftrag jetzt, in deiner Weise, zur Vollendung bringst und kläre ab, ob es für alle Bereiche okay ist, dass du es genießt diese Aufgabe zu erledigen.“ Und der Schmetterling flog im Zick Zack vor seinen Augen hin und her und ließ ihn erzählen. „Ich sehe mich in dir und deiner Lebendigkeit, ich sehe hellen blauen Himmel, eine Nelke im Sommerlicht und mich über den Strand schlendern und spüre die frische Meeresluft an meinem Körper.  

So schloss er in aller Ruhe seine Augen und er stellte sich die Umgebung vor in der er sein Ziel erreicht und wie genau es sich dort verhält und all die vielen Fähigkeiten die er dafür in seinem Leben schon trainiert hatte und wie das alles zu seinen tiefsten wahren Überzeugungen passte und welcher Wesenszug seines tiefsten Selbst darin zum Ausdruck kommt, wenn er dieses Ziel erreicht hat und wie gut das alles mit seinen Vorstellungen von seinem Leben zusammenpasst...und er erkennt sein Symbol in der Sonne die hoch oben zwischen den Wolken hindurch blitzte. Da fragt ihn der Schmetterling: „Kann ich noch etwas für dich tun? “Und er antwortet: „Ich weiß wirklich nicht, ob ich das alleine schaffe? “Schmetterling: Was gäbe es denn zu tun, das du alleine schaffen müsstest? Er: Ich müsste diesen großen Auftrag aufsplitten, in kleinere beobachtbare Teile. Schmetterling: Und was bräuchtest du alles dazu? Er: Den Kommunikationsfunk aus dem Kofferraum! Schmetterling: Und was bewirkt dieser Funk? Er: Na, dass aus den Sandkörnern am Strand der flüssige Stickstoff austreten kann und damit die gesamte Lavamasse geflutet wird.  

Da stieg Roger aus dem Wagen und schaltete den Funk ein, aus dem eine wundersame Musik sich ausbreitete mit dem Titel so ähnlich wie Lets rais roove - die Spitze erreichen. Und er bemerkt, welch positive Wirkung aus der Musik ausströmte und die gesamte Lavamasse geflutet wird, so lange bis alle Masse sich in Leichtigkeit löste. Der Schmetterling flog dem Meer entgegen. Die Sonne ging auf, am Horizont, der Himmel - in hellem Blau ein warmes frühlingshaftes Lüftchen weht über die Dünen.  Roger Moore in seinem weißen Anzug breitet die Arme weit aus und fühlt sich so richtig gelassen und zufrieden.

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