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Es war einmal vor langer, langer Zeit als die Tiere noch die Welt beherrschten und die Menschen als behaarte Wesen von Baum zu Baum schwangen. Damals lebte Paula Panzernashorn auf ihren kleinen Vulkan umgeben von dunkelrotem Gestein, Asche und Felsen in brütender Hitze. Paula war eine Einzelgängerin, sie mochte die Ruhe und den Blick über die kargen Vulkanberge und die tiefen Täler. Ihr einziger Begleiter war ein prächtiger stachliger Kaktus, der am Rande des Vulkankraters wuchs. Eigentlich war Paula ganz zufrieden.... Eines Tages, Paula hatte sich gerade auf dem Weg zu ihrer Lieblingswiese gemacht um sich einem ausgiebigen Mahl hinzugeben, da traf sie auf ein fremdes sehr hungrig aussehendes Panzernashorn. Die Wege in der Vulkanlandschaft waren weit und beschwerlich, wenn man sich nicht auskannte und so bot Paula ihm ihre Hilfe an. Schließlich lebte sie schon lange in dieser Gegend und kannte nahezu alle Futterplätze weit und breit. Hoch erfreut, dem fremden Nashorn mit ihrem Wissen weiterhelfen zu können, erzählte sie drauf los. „Wenn Du nach rechts läufst“ sagte sie „nach ca. 3 Stunden Fußmarsch kommst Du auf eine zauberhafte Wiese, dort wächst das saftigste Gras und gleich daneben sprudelt ein kleiner Wasserfall. Gehst Du nach links, brauchst Du etwas länger, aber der Weg dorthin ist traumhaft. Dort ist meine Lieblingswiese mit den unterschiedlichsten Gräsern.“ Verblüfft schaute sie das fremde Nashorn an „ Na und?!“ sagte es hochnäsig und sein Magen knurrte laut. „Wer hat Dich eigentlich um deinen Rat gefragt? Du glaubst wohl Du wüsstest alles, hä! Ehrlich gesagt, es interessiert mich nicht, Futterstellen in der Umgebung zu kennen ist ja wohl nichts besonderes und außerdem, wieso sollte ich einem Mädchen glauben?“ „ Oh“ sagte Paula sprachlos. Sie wollte doch nur freundlich sein und dem Fremden helfen. Sie drehte sich um und stapfte davon. Zuerst langsam, doch dann wurde sie immer schneller Je weiter sie lief desto wütender wurde sie. Die ganze zeit klangen noch seine gemeinen ungerechten Worte in ihren Ohren. Doch nichts konnte den Wiederhall in Ihrem Kopf bremsen. In Gedanken spielte sie das eben erlebte noch einmal durch und noch mal und noch mal. Unaufhörlich dachte sie:“ Hätte ich doch nur dieses oder jenes geantwortete, etwas freches, schlagfertiges.“ Je länger sie lief, desto aufgewühlter wurde sie. Es brodelte heiß in ihr und sie bekam einen hochroten Panzernashorn-Kopf. Schließlich gelangte sie an ihren Vulkan. Wutentbrannt stapfte sie hinauf und rannte in einem wahnsinns Tempo immer um den Krater. Sogar den kleinen Kaktus trampelte sie unbeachtet nieder. Je tiefer sich die Gedanken in ihren Kopf gruben umso doller wummertern ihre kleinen dicken Panzernashornfüße auf den Boden Wumm Wumm Wumm. So ging es die halbe Nacht. Plötzlich vibrierte die Erde unter Ihren Füßen. Durch Paulas getrampele war der alte Vulkan wieder zum leben erwacht. Er fing wüst an zu rauchen und Asche und Steine zu spucken. Paula erschrak sehr und als sie erkannte was sie angerichtet hatte, ergriff sie schnell ihren Beutel mit all ihren Habseeligkeiten und lief davon um der nahenden Katastrophe zu entgehen. Nach einer Weile blieb Paula erschöpft stehen und ließ sich auf den Boden plumpsen. Mit hängenden Panzernashornohren betrachtete sie traurig, was sie hatte retten können. „ Hach“< dachte sie, „ welch Unglück“ Sie wühlte in dem Beutel und entdeckte ihr altes Tagebuch. „ darin hab ich ja schon ewig nicht mehr gelesen, da habe ich ja noch die Panzernashornschule besucht. Damals lag der Vulkan noch unter einer dicken Schicht Eis und Schnee. Kalte und graue tage herrschten damals und dicker Nebel waberte über das Land. Paula fing an zu blättern, den letzen Eintrag las sie laut vor: „ Heute war ein furchtbarer tag. Ich hatte so fleißig für mein Referat über die Gräser der Umgebung gelernt ich habe alles was ich finden konnte zusammengesucht und mit großer Begeisterung mein Wissen vorgetragen. Ich fand mich großartig und war so stolz auf meine Arbeit. Aber meine Lehrerin hat nur geschmunzelt und gesagt „ Naja, Du hattest auch ein so einfaches Thema, jeder hätte das geschafft. Es war nichts besonderes, darauf brauchst Du nicht stolz zu sein. Du warst gut vorbereitet, aber Deine Stimme war zu leise und wie Du immer dastehst!!!“ Oh ich bin so wütend und enttäuscht. Was soll ich nur machen, ich weiß mir keinen rat!“ Paula blickte von Tagebuch auf und murmelte vor sich hin „ So war das schon immer!“ „Wirklich schon immer“ fragte eine piepsige Stimme aus dem Dunkel. Paula blickte erstaunt suchend in die Dunkelheit. „Wer bist Du?“ fragte sie. „ Ich bin die kleine Libelle Lili und ich beobachte Dich schon eine ganze Weile! Warum machst Du es Dir so schwer. War es wirklich schon immer so?“ „ na ja, ich erinnere mich nicht so genau, aber ich glaube, meine Mitschüler fanden meinen Vortrag damals ganz klasse“ „ Schön“ sagte Lili. „ Komm, ich will Dir jemanden vorstellen.“ Und schwupps packte die kleine Libelle Lili Paula Panzernashorn an den Ohren und flog mit Ihr weit fort über die Berge. Als Paula wieder festen Boden unter den Füßen hatte blickte sie sich erstaunt um. Hier gab es auch Berge aber die Luft war klar und angenehm kühl Ein frischer wind wehte um ihre dicken Nüstern. Es gab tiefblaue Seen und die Flechten an den Felsen leuchteten in üppigem orange und gelb. „ Komm schon“ sagte Lili “ Dort drüben ist er“. Mit geschmeidigen Schritten kam ein schöner starker Wolf auf sie zu. „ Guten tag, liebe Paula“ sagte der Wolf und ließ sich an einem schattigen Plätzchen vor einem Moltebeerenstrauch nieder.“ Lili hat Dich schon eine Weile beobachtet und weil es mir einmal ähnlich erging wie Dir, hat sie Dich hierher gebracht. Wie gefällt es Dir bei uns?“ „Es ist hier wunderschön“ sagte Paula “ganz anders als bei mir zu Hause und so angenehm kühl!“ „ Hm“ grummelte der Wolf. „. Da ich Dich gerade erst kennen gelernt habe, möchte ich gern mehr von Dir erfahren. Was ist mit Deinem Vulkan passiert.?“ Also erzählte Paula, von ihrem Streit und ihrem aufgewühlten Verhalten und von dem Bericht aus dem Tagebuch. „ Und“ fragte der Wolf „ wie möchtest Du Dich statt dessen lieber verhalten“ „ na ja“ sagte das Panzernashorn „ ich wär gern so weise wie Du. Ich möchte den anderen meine Meinung sagen, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle aber mich nicht mehr so schrecklich aufregen!“ „ Gut so“ sagte der Wolf lächelnd „ ich gebe dir ein Bild von meiner schönen Landschaft mit. Wenn du das nächste mal in einer solchen Situation steckst erinnere Dich einfach an deinen Besuch bei mir und wie gut Du dich gefühlt hast. Dann kannst Du einen klaren Kopf behalten und angemessen Deine Meinung vertreten. Schließlich bist Du allein für deine Gefühle verantwortlich!“ „ Oh ja“ sagte Paula“ ich verstehe was Du meinst. Vielen dank, lieber Wolf“. Paula kehrte in ihre Vulkanlandschaft zurück. Sie fand einen neuen kleinen Vulkan und pflanzte einen neuen kleinen Kaktus an den Kraterrand. Oft sitzt Paula in der Wärme und denkt an die angenehme Kühle in der fernen Heimat des weisen Wolfes. |
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