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Zwei
Seelen
Es
war einmal ein kleines Mädchen mit roten kurzen Haaren und ein
paar Sommersprossen im Gesicht. Ihr Name war Clara. Clara war ein
neugieriges und fleißiges Mädchen. Sie lebte auf einem Bauernhof
zusammen mit ihren Eltern, den Großeltern und vielen Tieren. Der
Bauernhof lag inmitten einer hügeligen Landschaft und wunderbar
grünen Wäldern.
Clara war gerade aus der Schule gekommen, ging zur Mutter in
die Küche und fragte: „Mama, warum muss ich in der Schule immer
so viel lernen? Können die mich nicht einfach mal in Ruhe
lassen?“ Die Mutter stellte Clara ein großes Glas mit ihrem
Lieblingsgetränk hin, schaute sie mit ernstem Blick an und
antwortete: „Das habe ich Dir doch schon mal erklärt. Du musst
immer erst arbeiten, dann bekommst du später den Lohn dafür.“
Clara schaute sehr unverständig und sagte: „Muss ich
wirklich immer?“ Sie stand auf, nahm ihr Glas und ging hinaus.
Im Flur hörte sie Musik aus dem Wohnzimmer kommen. Es war diese
dramatische klassische Musik, die Großvater immer hörte. Er
musste wohl aus der Stadt zurück sein, aber Clara hatte jetzt
keine Lust zu ihm zu gehen. Sie stieg die Treppen zu ihrem Zimmer
hinauf und verschloss die Tür hinter sich.
Versonnen
setzte sich Clara auf ihr Bett und nahm einen Schluck aus dem
Glas. Mhhh... es war diese leckere Mischung aus Kokos und Sahne,
die sie so liebte und sie trank hastig das ganze Glas aus. Plötzlich
machte sich ein brabbeliges Gefühl im Magen breit und Clara legte
sich hin, verfiel in einen leichten Schlaf und begann zu träumen.
Es
war ein Traum von einer heißen, trockenen Wüste, die in
gold-gelblichen Tönen schimmerte. Die Hitze flimmerte und in der
Ferne sah Clara das karge Grün von Kakteen und sie spürte die
Trockenheit in Ihrem Mund. Vor ihr standen zwei Kamele und Clara
überlegte, was sie jetzt tun sollte.
Da
sagte eine innere Stimme: „Du hast zwei starke, gesunde Kamele,
du darfst jetzt einfach eine Pause machen und den Kamelen
vertrauen. Sie kennen den Weg zur Oase.“
Und
so stieg sie auf eines der Kamele und ritt los. Während der Reise
war Clara hin und her gerissen. Konnte sie den Kamelen vertrauen?
Nach
einer langen Weile hörte sie aus der Ferne orientalische Musik.
Dort hinter dem Hügel musste die Oase sein. Auch die Kamele spürten
dies und beschleunigten den Schritt. Es war ein herrlich
erleichternder Anblick – eine riesige Oase!
Clara
spürte eine nie gekannte Ruhe und Erleichterung in sich.
Sie
hatte etwas erreicht, ohne etwas anstrengendes getan zu haben!
Am
prächtigen Eingang der Oase war ein großes Symbol in Form von
zwei Händen zu sehen. Durch die flimmernde Hitze schien es, als würden
sich die Hände annähern.
Völlig
fasziniert beschloss Clara, dieses wunderbare Gefühl der Ruhe und
Erleichterung mit dem Symbol zu verbinden, und es war, als würde
sich das Gefühl verdoppeln.
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