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Ausgewählte bisherige Anfragen und kurze Antworten
von uns dazu:
Thema: Ehe und Partnerschaft
Die Namen und Angaben zu Personen haben wir verändert.
Anfrage 1
Ich bin eine 38jährige Beamtin, 2 x geschieden, mein 25jähriger
Freund ist
vor einigen Monaten von München zu mir gezogen. Wir sind beide
hier
unzufrieden mit unserem Beruf, unserer Wohnsituation. Eigentlich möchte
er
zurück, bleibt aber wegen mir. Soll ich meinen Beamtenstatus aufgeben
und
mit ihm nach München ziehen? Es ist schon mal eine Ehe fehlgeschlagen
mit
einem jüngeren Mann. Meine Gedanken drehen sich im Kreis deswegen,
ich esse
vielzuviel und kann mich zu nichts mehr motivieren, immerhin geht es
um
meine Zukunft. Vielen Dank für Tips oder Ansichten.
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Kurze Antwort
Liebe ...
vielen Dank für deine Anfrage.
Das einzig Dauerhafte im Leben ist die Veränderung. Du hast ja
offenbar
schon viel Veränderung in deinem Leben gemeistert. Jetzt glaubst
du dich an
einem Punkt, wo du über Sicherheit oder Unsicherheit deiner Zukunft
entscheiden mußt. Entscheidungen müssen nicht alles oder
nichts beinhalten.
Eine Hilfe kann in solchen Situationen sein, daß du dir etwas
Zeit nimmst,
um dich mit den Werten zu befassen, die dir in deinem Leben wichtig
sind.
Wir erwerben Werte durch Erfahrungen und durch Nachahmung von Freunden
oder
anderen beeindruckenden oder wichtigen Menschen. Werte stehen in Beziehung
zu unserer Identität, sie sind uns wirklich wichtig und stellen
fundamentale
Prinzipien dar, nach denen wir leben. Handeln wir gegen unsere Werte,
fühlen
wir uns nicht wohl. Die Werte, die am längsten überdauern
und uns am meisten
beeinflussen sind frei von uns gewählt und bringen viele positive
Gefühle
mit sich. Versuche herauszufinden, welche Werte in deinem Leben dir
wichtig
sind, indem du eine Liste der zehn wichtigsten Werte für dich
persönlich
aufstellst. Stelle dir dann die Frage, woran du erkennst, daß
deine Werte
erfüllt sind. Als nächstes überprüfe, in welchem
Umfang deine Werte von
einer Entscheidung nach München zu gehen betroffen sein würden,
und welche
Veränderung aus deiner Perspektive von dir am besten getragen
werden kann.
Ich wünsche dir viel Erfolg,
Nandana
Anfrage 4
Sehr geehrte Frau Nielsen, sehr geehrter Herr Nielsen, momentan fühle
ich
mich in meiner Beziehung eher unsicher, da mein Freund derzeit wieder
sehr
oft aus beruflichen Gründen nicht da ist (oft haben wir sogar
nur ein
verkürztes Wochenende) und ich von ihm weiß, daß er
auch "keinen Kopf" dafür
hat gemeinsam die nächste Zukunft zu planen (sprich eine gemeinsame
Wohnung
zusammen zu behausen). Ich weiß auch, daß er weiterhin
soviel arbeiten wird
(einerseits weil es die Firma verlangt, andererseits weil es ihn beruflich
weiterbringt).Viele Gespräche mit ihm führten bislang zu
keiner Änderung. Es
liegt überhaupt nicht daran, daß ich mich "alleine" langweile.
Ich stelle
mir eine Beziehung eben auch mehr Zeit intensiver vor. Denn es
bleibt
selbst am Wochenende wenig Zeit für uns zusammen. Haben Sie eine
Idee, wie
ich eine Veränderung bewirken könnte? Da ich ihn sehr, sehr
lieb habe,
möchte ich nicht von ihm gehen. Ich danke ihnen schon jetzt für
ihre
Antwort. Freundliche Grüße von ...
> ------------------------------------------------------------
Kurze Antwort
Liebe ....
es ist schwer einen anderen Menschen zu ändern. Das ist ungefähr
so wie der
Versuch sein eigenes Echo zu verändern. Also wie wäre es
damit, wenn du die
Art wie du in den Wald rufst, so lange veränderst, bis du ein
Echo bekommst,
das in die Richtung deiner Vorstellung geht?
Verändere dein Verhalten und achte ganz genau auf die Reaktionen
darauf.
Viele liebe Grüße
Karl
Anfrage 6
Bin verh. und habe zwei Kinder , habe aber auch seit 2.5 Jahren einen
Freund, der auch verh. ist. Jetzt hab ich mich von ihm getrennt weil
ich mir
ein anders Leben wuensche, mit ihm oder gar nicht mehr. Wie halte ich
bloss
durch, ich komme mir vor wie Penelope. Wie schaffe ich es mit meiner
Sehnsucht fertig zu werden? Gibt es ueberhaupt eine Chance? Meine Ehe
spielt
fuer mich keine Rolle mehr. Koennen Maenner sich gegen die Liebe
entscheiden? Fuer die Vernunft? Herzlichste Gruesse
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Kurze Antwort
Liebe ...,
du schaffst es, mit deiner Sehnsucht fertig zu werden. Sie ist Antriebskraft
zum Träumen, und das Träumen ist der Schlüssel zum Erfolg.
Träumen aktiviert
die Mentalkräfte und richtet unsere Wahrnehmungsfilter aus. Du
hast schon
ganz andere Dinge in deinem Leben geschafft. Du weißt, was du
willst und
selbst wenn du Umwege gehst, kommst du immer wieder dorthin zurück,
was du
wirklich willst. Du schaffst es.
Viele liebe Grüße
Karl
Anfrage 8
Hallo, zwei Welten treffen aufeinander. Meine Freundin und ich verstehen
uns
in fast allen Bereichen im Leben miteinander. Unser Problem ist, daß
ich mich
beim Erzählen nicht so treffend, diplomatisch ausdrücken
kann. Durch das
nicht so treffende, zum falschen Zeitpunkt reden ist meine Freundin
schnell
beleidigt oder so manch schöner Moment zerstört. Meine Freundin
ist
Bibliotekarin, hat in der Regie beim Film gearbeitet und kommt aus
einem
Elternhaus, im Gegensatz zu meinem, wo Diskussion, Kommunikation,
Brainstorming, Sprache etc. normal ist, gepflegt worden ist. Ich, Ingenieur,
habe diese Art von Kommunikation von zu Haus nicht mitbekommen und
in meinem
Leben (34J.) bisher nicht genügend Beachtung geschenkt. Durch diese
Defizite
glaubt meine Freundin könne langfristig die Beziehung gefährdet
sein. Nun
meine Fragen an Euch: Was kann ich tun, um auf sprachlicher Ebene mich
zu
verbessern? Was können wir gemeinsam füreinander tun, um auf
sprachlicher
Ebene besser miteinander aus zu kommen? John Gray kennen wir schon. Was
könnte meine Freundin tun, wenn ich wieder einmal ein sprachliches
Fettnäpfchen getroffen habe, um nicht in ein emotionales Loch
zu fallen? Ich
bin im Moment ein wenig ratlos. Könnt Ihr mir Tips geben?
> ------------------------------------------------------------
Kurze Antwort
Hallo Martin,
wenn du dir ganz sicher bist, daß du dich auf sprachlicher Ebene
verbessern
willst, dann empfehle ich dir Rhetorikkurse. Sprachlich Ausdrucksweise
ist
trainierbar.
Alternative dazu: NLP sagt, verändere dein Verhalten so lange,
bis du die
Rückmeldungen bekommst, die in die Richtung deines Zieles gehen.
Aber das
sagt sicher auch John Gray und vermutlich hat er ein ganzes Buch voller
Tipps dazu. Jetzt mußt du dich also entscheiden ob du Rhetorik
üben willst
oder Flexibilität im Verhalten und Genauigkeit im nonverbalen
Wahrnehmen
oder beides. Und dann solltest du es einfach tun. Aber das sagt ja
auch
schon John Gray.
Viele Grüße
Karl
Anfrage 14
Mein Partner (seit 8 Jahren) sagt zu mir, ich sei krankhaft eifersüchtig.
Das hat mich sehr verletzt. Was kann ich tun?
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Kurze Antwort
Ich würde versuchen zu verstehen, was er damit meint. Was bedeutet
das für
ihn? Wie hätte er gerne, daß Sie sein sollen? In welchem
konkreten Verhalten
drückt sich das aus? Welche innere Überzeugungen gehören
dazu? Interessieren
Sie sich einfach für seine Insel, bzw. seine Vorstellungen, ohne
Versuch ihn
zu ändern. Verstehen kommt vor verstanden werden.
Andererseits gibt es sicherlich etwas in Ihnen, das darauf reagiert.
Sie
reagieren allerdings vermutlich nicht auf das, was er sagt, sondern
vermutlich viel mehr auf das, was sie sich dabei denken, was er damit
meint,
also auf ihre Interpretation.
So geht es jedenfalls den meisten von uns Menschen.
Viele Grüße
Karl
Anfrage 20
Ich bin seit bald 15 Jahren verheiratet, wir haben ein gemeinsames Kind
und ein gemeinsames Geschäft. Ich fühle mich von meinem Mann
oft
"vernachlässigt", nicht nur, daß ich neben meiner Arbeit
noch die gesamten
Dienstleistungen für den gemeinsamen Haushalt alleine übernehme;
er ist auch
meistens innerlich abwesend, hört mir kaum zu, gibt keine Antwort,
wenn ich
was erzähle und für ihn ist Fernsehen sicher die bessere
Entspannung als ein
Gespräch mit mir. Es kommt deshalb öfter zu Streit oder Krisen
zwischen uns,
wo bei er dann meistens sagt, er tue doch alles nur für die Familie,
das sei
eben ein Beitrag etc. Für mich ist er aber ein Workoholic, d.h.
er zieht die
Arbeit eigentlich immer dem alltäglichen Familienleben vor. Da
wir daneben
eine gute Beziehung haben, weiss ich oft nicht, wie ich reagieren soll,
wenn
das Fass mal wieder am überlaufen ist, Gespräche bringen
es dann nicht, wie
gesagt. Meistens bin ich dann an einem Punkt, wo ich nur noch nach
Liebe,
Aufmerksamkeit und Zuwendung hungere, depressiv werde. Am liebsten
würde ich
ihn in diesen Zeiten, wo ich wochenlang für ihn nicht existiere,
mal hocken
lassen, d.h. ein paar Tage wegfahren und Kind und Haushalt sein Problem
sein
lassen. Bringts das wohl? Was raten Sie mir?
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Kurze Antwort
Liebe Julia,
das bringt es vermutlich nicht. Ich finde Sie haben den richtigen Impuls.
Es
soll sich was verändern. Ihm möchten Sie gerne etwas mehr
von der Belastung
überlassen. Für sich möchten Sie gerne etwas mehr tun
um sich zu erholen.
Ich find das alles ganz logisch und richtig. Diese Veränderungen
sollten
wirklich ganz integrativ stattfinden. Nicht als Ausdruck ihres Ärgers,
sondern aus Verantwortung, die Sie für sich haben. Verändern
Sie sich
langsam. Geben Sie ihm jeden Freitag einen Einkaufszettel und entlasten
Sie
sich - aber ganz ganz freundlich. Nicht weil er sie ausbeutet, sondern
weil
Sie ihn ganz lieb darum bitten. Nehmen Sie sich jede Woche "Zeit zu
Leben"
und sorgen Sie dafür, daß Sie sich freischaufeln. Nicht
aus Rache, sondern
um wirklich ganz entspannt und locker mit den sonstigen alltäglichen
Belastungen umzugehen. Es ist möglich und es ist voller Freude
planbar.
Jedoch nur aus Liebe zu sich und dem Leben. Solange Sie sich rächen
wollen
wird es nicht funktionieren.
Ich hoffe, das hilft Ihnen etwas weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Anfrage 22
Hallo und danke im voraus, daß ihr euch die zeit nehmt. ich bin
35,
beruflich erfolgreich, gesund, verh. und seit 13 Jahren mit meiner Frau
zusammen. Ich liebe sie über alles. Frage: Ich hatte vor der jetzigen
Beziehung nur 2 andere Freundinnen und spüre jetzt den Zwang,
mich auf
erotische Affären mit anderen Frauen einzulassen. Meine Frau weiss
das, und
sagt, es hilft nichts die bösen Geister immer nur einzusperren. Auf der einen
Seite schaue ich wie ein irrer irgendwelchen Frauen hinterher und auf
der
anderen plagt mich permanent ein schlechtes Gewissen. Habt ihr einen Tip für
mich? Bis jetzt habe ich übrigens noch nichts Schlimmes angestellt... Naja
ich war einmal heimlich in einem Swingerclub und fand es sehr aufregend.
leider steht meine Frau da nicht drauf. Unser Sexualleben ist übrigens
recht
hausbacken und beschränkt sich auf 3-4 mal im Monat.
nochmals danke und ciao
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Kurze Antwort
Lieber Victor,
vielen Dank für das Vertrauen. Vermutlich steht ein Gespräch
über Sexualität
mit ihrer Frau an. Vielleicht gibt es keine bösen Geister sondern
nur
Stagnation in Entwicklungen oder halt Symptome, wenn etwas nicht mehr
ganz
stimmt und eine Korrektur nötig ist. Beim Autofahren zeigt die
Benzinanzeige
auf leer als Symptom, daß auftanken sinnvoll wäre. Ich würde
das nicht mit
böse Geister bezeichnen. Wenn Sie sexuell nicht zufrieden sind,
dann steht
ein Gespräch darüber mit den Einstellungen, Bedürfnissen,
Wünschen und
Hoffnungen an, die jeder in der Beziehung hat. Daraus kann sich dann
etwas
neues entwickeln. Zuerst wäre allerdings ein Verständnis
des Erlebens des
jeweils anderen hilfreich.
Ich hoffe, daß Ihnen das etwas weiterhilft.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Anfrage 27
Folgende Fakten: Seit längerer Zeit, versuche ich mit meiner Partnerin
etwas zu unternehmen. Sie ist eine ständige "Stubenhockerin".
Ich selbst bin
auch kein Typ, der ständig herumzieht, aber bei Schönwetter
etwas gemeinsam
zu unternehmen, sollte doch möglich sein. Wenn ich meine Partnerin
darauf
anspreche meint Sie nur, daß ich alleine etwas unternehmen soll.
ICH MÖCHTE
ES ABER MIT IHR TUN. Sei es jetzt in ein Schwimmbad zu fahren, sich
auf eine
Wiese legen um einfach nur zu relaxen. Meine Partnerin ist laut Ihrer
eigenen
Aussage nie so gewesen, daß sie so etwas tut. Aber mit Schulkameradinnen
kontrolliert Sie Manuskripte im Park, liegt dabei in der Wiese, und
geht
lernen in das Schwimmbad. Wenn ich Sie dann darauf anspreche, verhält
sie sich
sehr ungehalten. Doch erzählt Sie mir dauernd, wie gerne Sie Ihre
Zeit
mit mir verbringt, und dass Sie mich sehr liebt, und ich ihr sehr wichtig
bin. Ich ersuche Sie um Rat was ich in Zukunft tun soll.
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Kurze Antwort
Lieber Thomas,
was möglich sein sollte oder nicht, ist objektiv schwer festlegbar.
Grundsätzlich kommt verstehen vor verstanden werden.
Wie können Sie Ihre Partnerin echt verstehen? Ich meine so, daß
sie sich
verstanden fühlt, unabhängig davon, ob Sie denken, daß
sie sich verstanden
fühlen sollte. Das, was Sie schreiben hört sich so an, als
ob Ihre Partnerin
etwas anders machen sollte. Das heißt damit, daß Sie diese
Sichtweise haben,
von der aus Sie sie nicht verstehen. Wenn Sie mich fragen, dann kann
ich Sie
nur dazu ermutigen, Ihren Standpunkt und Ihre Sichtweise solange zu
verändern, bis sich Ihre Partnerin verstanden fühlt. Das
heisst auch, Sie so
anzusprechen, daß Sie positiv darauf reagiert. Verändern
Sie Ihr eigenes
Verhalten solange, bis Sie Reaktionen bekommen, die in die Richtung
gehen,
die Sie so gerne haben möchten.
Ich hoffe, daß ich Ihnen damit etwas weiter helfen konnte.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Nielsen
Anfrage 65
Hallo! Ich wäre sehr dankbar für einen Rat in Sachen Liebe,
da ich die
Lage irgendwie verkenne. Dazu muß ich die Geschichte erläutern:
Ich habe
mich wahnsinnig und scheinbar aussichtslos verliebt! Ich (28) habe
mich in
einen Amerikaner (26) verliebt, der für 2 Monate in unserer
Firma tätig war
und jetzt seit 3,5 Wochen wieder weg ist. Er ist ein eher ernster
und
nachdenklicher Typ, der erst eine einzige (!) Beziehung hatte, die
ihn nach
3 Jahren verließ (die genauen Umstände kenne ich nicht,
nur, daß die beiden
phasenweise eine Entfernungsbeziehung innerhalb der USA führten
und SIE dann
Schluß machte). Ich merkte von Anfang an, daß er
noch nicht richtig über
sie hinweg ist und ein sehr gebrochenes Herz hat. Er war auch
ehrlich zu
mir und sagte, er könne 'UNS' nur unverbindlich sehen. Ich habe
gemerkt,
daß er sich einfach nicht auf mich einlassen wollte (oder konnte).
Ein
einziges Mal hat er sich dann vor mir geöffnet, was für einen
Menschen wie
ihn vielleicht schon viel wert ist?! Er sagte mir, daß
er mich sehr
vermissen werde und hat mir mit seinen Worten klargemacht, das
er viel für
mich empfinde. Das war 4 Tage, bevor er in die USA zurückflog.
Unser
Abschiedsabend dann war schrecklich, er war total eiskalt und
eigentlich
schon 'weg'. Ich wollte es natürlich nicht wahrhaben. Seine
letzten Worte
waren dann 'Ich sehe Dich eher als Freund', 'Glaubst Du wirklich, wir
könnten eine ernsthafte Beziehung führen' und ob ich an bedingungslose
Liebe glaube (warum fragt er sowas, wenn er mich nur als Freund
sieht??).
Er hätte die Hoffnung darauf bereits aufgegeben. Was soll denn
das? Hat er
nur Angst vor der Distanz, Angst wieder verletzt zu werden oder wäre
dies
einfach ein zu großer Schritt für ihn? Wie kann jemand
heute so sein und
morgen dann so kalt? Warum läßt er die Gefühle nicht
zu? Oder hat er keine?
Er ist dann mit den Worten gegangen, er wolle lieber gar keinen
Kontakt
mehr mit mir. Nachdem er dann eine Woche weg war, habe ich ihm ein
Gedicht
gesandt, das ihm nochmal zeigt, was ich für ihn empfinde. Er hat
sich
daraufhin auch per email gemeldet mit den Worten, daß es dadurch
auch nicht
leichter werde (nur für mich oder auch für ihn?) und daß
er unsere
gemeinsame Zeit nie vergessen würde. Ich weiß auch,
daß er das nicht nur so
dahinsagt, denn so ein Typ ist er nicht (er kann sowieso nicht
gut über
Gefühle reden). Trotzdem verstehe ich nicht, warum er uns keine
Chance
gibt. Was kann schon schiefgehen? Wie kann man die Realität
so über Gefühle
stellen? Kann es sein, daß er einfach noch nicht soweit ist,
um sich auf
etwas Neues einzulassen? Oder ist dies nie eine Frage des Zeitpunkts?
Kann
man sich bedrängt fühlen und dadurch lieber einen Rückzieher
machen? Naja,
wie auch immer habe ich ihm nun eine mail gesandt, in dem ich
ihm NUR meine
Freundschaft anbiete, da ich denke, bei der Entfernung ist momentan
eh
nichts anderes möglich. Darauf hat er bisher noch nicht
geantwortet (ist
jetzt 4 Tage her). Super, was soll das denn jetzt?! Das ist jawohl
scheinbar die totale Verarschung: erst sind wir zusammen, dann
sagt er, er
sieht mich eher als Freund und dann will er scheinbar nicht mal meine
Freundschaft. Jetzt fühle ich mich natürlich total ausgenutzt!
Ich würde ihm
am liebsten sagen, was für ein A.... er ist, aber das ändert
wohl auch
nichts. Warum ist jemand so?
>----------------------------------------
Kurze Antwort
Hallo Richard,
vielen Dank für deine Anfrage.
Warum sind Menschen so wie sie sind? Diese Frage läßt sich
für mich damit
beantworten, daß Menschen das tun, was für sie Sinn macht
und mit diesem
Sinn möchten sie eine gewisse Ordnung in ihrem Leben herstellen.
Wenn wir
uns die Frage stellen, warum jemand etwas tut, sind wir meistens dazu
verführt uns die Antwort so zu suchen, daß unser Interesse
erhalten bleibt.
Gerade in Fragen der Liebe, deuten wir die Handlungen so, daß
wie auch
immer, unser Bedürfnis nach Liebe eine Chance hat erfüllt
zu werden.
Zurückhaltungen des Anderen erklären wir mit negativen Erfahrungen
seinerseits, mit Angst vor Nähe und so weiter. Tatsache ist, daß
wir zwar
die Handlungen des anderen wahrnehmen, nie aber seine Absichten und
Motive.
Die erfinden wir selbst und inhaltlich so, daß unsere Ordnung
nicht gestört
wird.
Die Liebe ist die größte Macht auf Erden. Dein "Liebesmensch"
gibt dir seine
Sicht der Welt und er sagt "Jein". Du solltest für dich klären,
ob diese
Ambivalenz für dich begehrenswert ist. Manchen Menschen gibt diese
Art von
Spannung einen Kick. Vielleicht bist du ein Jäger und fühlst
dich wohl in
diesem Dickicht. Finde heraus, welche Ordnung in deinem Leben sichergestellt
ist, durch dein Interesse an einer Person, die nicht mit dem gleichen
Interesse auf dich reagiert.
Liebe Grüße,
Nandana
Anfrage 66
Hallo liebe Lebensberater, ich habe beruflich nicht die geringsten
Probleme, ich würde eher sagen, ich bin als Coach anerkannt, privat
allerdings sehe ich mich immer wieder enormen Schwierigkeiten ausgesetzt,
wenn es um Vertrauen bzw. Eifersucht geht. Ich würde ganz gerne
wissen,
welche Möglichkeiten sich mir bieten, bevor ich mich damit abfinde,
alleine
zu bleiben, oder was ich tun kann, um nicht immer wieder aus denselben
Gründen gute und langjährige Beziehungen zu "schmeißen",
zumal ich beruflich
zu diesen Themen permanent Zugang habe, also weiß, um was es
geht, aber
offensichtlich privat nach einer Zeit "x" wieder vor einer unüberwindbaren
Mauern stehe.
mfg
Marc
>----------------------------------------
Kurze Antwort
Lieber Marc ,
als erfolgreicher Coach wissen Sie vermutlich, wie hilfreich oft die
Unterstützung von außenstehenden Personen sein kann. Selbst
wenn der
Betroffene theoretisch alles weiß, fehlt ihm oftmals der entscheidende
Hinweis und die praktische Unterstützung durch einen Coach. Ich
vermute, daß
es hilfreich wäre, wenn Sie sich für dieses Thema einen psychologischen
Coach oder Psychotherapeuten Ihres Vertrauens suchen. Vertrauen und
Eifersucht sind gut bearbeitbar. Normalerweise handelt es sich um
Erfahrungen des "Inneren Kindes", das Sie vor wiederholten Enttäuschungen
schützen will. Zu diesem "Inneren Kind" kann man Kontakt aufbauen
und
Vertrauen entwickeln und ihm jetzt die Ressourcen zur Verfügung
stellen, die
es früher gebraucht hätte. Dadurch entspannt sich das "Innere
Kind" und muß
nicht mehr mit Eifersucht in sein zukünftiges Geschehen eingreifen.
Ich hab
es erlebt, es geht.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Nielsen
Anfrage 72
Hallo, vielleicht können Sie mir einen guten Tipp geben. Ich habe
einen sehr
guten Freund. Er lebt mit einer jungen Frau zusammen. Sie ist 21 Jahre
und
er ist 32 Jahre jung. Beide haben Sie ein gemeinsames Kind, 2 Jahre,
und aus
der ersten Beziehung hat Sie eins mitgebracht, das ist 6 Jahre. Sie
geht
häufig weg und trifft sich mit anderen Männern, und er geht
arbeiten, räumt
die Wohnung auf und paßt auf die Kinder auf usw......... Er weiß
aber, daß
Sie sich mit den anderen Männern trifft und sie sich auch näher
kommen .........
Trotz meines vielen Redens verläßt er die Frau nicht. Sie
geht nicht
arbeiten. Vielleicht ein kleiner Tipp
Bis bald Sabine
>----------------------------------------
Kurze Antwort
Liebe Sabine,
wenn ich als Psychologe psychologisch an dieses Thema rangehe, dann
frage
ich mich zuerst, was deine Motive sind dich da einzumischen. Was löst
das in
dir aus? Weshalb ist es dir wichtig, daß er sie verläßt?
Er weiß
offensichtlich ganz tief innendrin, daß in dieser Beziehung für
ihn noch
wichtige Lernerfahrungen stecken. Hilf ihm diese Lernerfahrungen zu
machen -
dann wird er frei sein zu wählen, ob er sie konfrontiert oder sie
verläßt.
Wenn er jetzt auf deinen Rat eingeht, findet er diese Problemkonstellation
auf
irgend eine Art und Weise sicher wieder an der nächsten Ecke.
Aber wie steht
es mit dir? Was ist die Lernerfahrung, die, ausgelöst durch diese
Konstellation für dich faszinierend ist?
Ich hoffe, das ist ein kleiner "psychologischer" Tip
mit vielen freundlichen Grüßen
Karl
Anfrage 74
Bringt eine Ehetherapie nach einem Seitensprung etwas? Wie und wo findet
man den "richtigen" Therapeuten?
>----------------------------------------
Kurze Antwort
Liebe Nicole,
ja eine Eheterapie bringt oft sehr sehr viel. Die große Schwierigkeit
ist,
den richtigen Therapeuten zu finden. Das ist eine wirklich sehr individuelle
Geschmackssache. Ich kann da nur empfehlen sich dort rumzuhören
wo man lebt.
Vielleicht in eine Internetsuchmaschine den Begriff "Ehetherapie" eingeben
und im Vorgespräch testen, ob man mit der Therapeutin einen guten
Draht
findet oder nicht.
In der Metasuchmaschine
http://meta.rrzn.uni-hannover.de
habe ich 33 Links gefunden unter dem Begriff "Ehetherapie". ...
Viel Erfolg und alles Gute
Karl
Anfrage 81
hallo zusammen, meine Frage bezieht sich auf eine Freundschaft, die
aus
den Fugen geraten ist. Die Freundschaft ist zwischenzeitlich zerbrochen
und
besteht nicht mehr. Zwischen uns besteht ein Altersunterschied von
sieben
Jahren (als wir uns kennenlernten, war ich 24). Er kommt aus einwandfreien
Familienverhältnissen, ich nicht. Im Laufe der Zeit entwickelte
sich bei
beiden eine Anhänglichkeit, die weit über den Rahmen einer
Freundschaft
hinausgeht. Viele Aspekte habe ich für mich bereits klären
können, weil sie
sich schlicht aus meiner Vergangenheit erklären. sogar die Tatsache,
dass
ich mich in ihn verliebt habe (gleichwohl ich weder vorher noch nachher
mit
Männern etwas "anfangen" konnte) , war für mich auf umwegen
nachvollziehbar.
Was ich definitiv nicht erklären kann, ist die enorme sexuelle
Anziehungskraft, die er auf mich ausübt- nach wie vor! und das,
obwohl
ich -wie gesagt- mit Männern ansonsten nicht das geringste anzufangen
weiss.
Können sie da einen Zusammenhang erkennen? Wie ist diese "Schaltung"
zu
stande gekommen? Eine schleichende homo- oder bisexualität scheint
auszuscheiden- dafür habe ich es lange genug probiert. Ich habe
den
Eindruck, dass die Lösung dieses Problems irgendwo anders liegt.
Hätten sie
da vielleicht eine Idee? ich würde mich über eine kompetente
Antwort riesig
freuen vielen Dank und viele Grüsse- Christoph
>----------------------------------------
Kurze Antwort
Lieber Christoph,
ich bin mir nicht ganz sicher, was deine Frage ist. Ob ich einen
Zusammenhang erkennen kann dazwischen, daß du sonst mit Männern
nichts
anfangen kannst und bei dieser einen Ausnahme dich nach wie vor sehr
stark
sexuell angezogen fühlst? Ehrlich gesagt nein. Ich finde, daß
es nicht
weiter bringt alle Phänomene des Lebens zu erklären. Ich
beglückwünsche dich
zu dieser Erfahrung tiefer Kommunikation. Es kann sein, daß sich so
etwas mit
einem anderen Mann wiederholt und es kann sein daß es das nicht
tut. Was
genau ist dein Problem und was muß gelöst werden? Könnte
es sein, daß es da
gar kein Problem gibt, wenn du ganz genau hin schaust? Das Leben ist
sehr
vielfältig und hält immer wieder viele Überraschungen
bereit. Vielleicht
reicht es völlig, offen zu bleiben für dieses Geheimnis des
Lebens und es zu
genießen.
Ich befürchte, daß du gerne etwas anderes hören möchtest
- aber das ist
alles was mir dazu im Moment einfällt.
Viele Grüße
Karl
Anfrage 83
Hallo, was kann ich (44) tun, um meiner Partnerin (34) deutlich zu machen,
daß ich mich als "Gefangener ihrer Vergangenheit" fühle?
Drei gescheiterte
Beziehungen, zwei Schwangerschaftsabbrüche, (der letzte vor 3
Jahren im 4.
Monat). Ich fühle mich sehr oft mit der/ Ihrer Vergangenheit verglichen.
Es ist ihr auch bewußt, nur sie kommt aus dieser Rolle nicht
raus. Es wird mit
einem Schutzpanzer aus Selbstbewußtsein "überspielt". Wir
kennen uns "erst"
10 Wochen und ich möchte unsere Beziehung nicht aufgeben. Das
sie es könnte,
wurde von ihr angedeutet, weil sie meint, daß sie aus ihrer Haut
nicht raus
kann. Ein Therapievorschlag von mir für uns/ sie wurde abgelehnt.
Mein
Durchhaltevermögen wird zwar bewundert, nur hilft es auf Dauer?
Danke für
Ihre Antwort.
>------------------------------------------
Kurze Antwort
Lieber Theo,
klar es kann auf Dauer helfen, daß du die verständnisvolle
Rolle übernimmst
und deine Fähigkeit tief aus dem Herzen heraus zu verstehen weiter
und
weiter trainierst. Dafür scheint mir diese Situation ein gutes
Trainingsfeld. Wie würdest du diese Fähigkeit sonst entwickeln
wollen? In
der Kommunikation kommt Verstehen vor verstanden werden und der Sinn
der
Kommunikation liegt in der Reaktion des Kommunikationspartners. Wenn
sie so
reagiert, dann verändere dein Verhalten so lange bis sie so reagiert,
wie du
es gerne hättest. Das ist ein wundervolles Training in
Verhaltensflexibilität. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Anfrage 85
Liebe Experten! Ende November habe ich meine kleine Tochter entbunden.
Ich
bin alleinerziehend und lebe bei meinen Eltern. Der Vater des Kindes
hat mich
laufend betrogen, belogen und hingehalten. Nun bin ich soweit, zu glauben,
daß ich mich von ihm lösen muß. Ihn unbedingt aus
meinem Leben streichen muß.
Wenn da nicht die leidige finanzielle Abhängigkeit wäre.
Der Vater ist
Doktor der Chemie und besitzt als Deutscher einen französischen
Arbeitsvertrag, arbeitet jedoch in Deutschland. Ich habe - soviel ich
weiß -
wenig Möglichkeiten, mir sein tatsächliches Einkommen mitteilen
zu lassen.
Ich bin mir sicher, daß er sich mit so wenig Geld wie möglich
aus der Affäre
ziehen möchte. Mein Problem ist, daß ich nicht weiß,
ob ich die finanzielle
Seite in die emotionale Geschichte mit einbinden soll. Ich weiß
sehr gut,
daß ich unserer Beziehung und striktes Ende setzen muß
und würde diesen
Wunsch auch gerne sofort in die Tat umsetzen, wenn ich es mir leisten
könnte.
Was raten Sie mir?
Die Geschichte ist zu lange, um sie hier haarklein aufzuführen.
Meine
Frage ist einfach nur: Ist es gut, finanzielle und emotionale Aspekte
in ein
und dieselbe Entscheidung mit einzubeziehen, bzw. den einen Aspekt
vom
anderen abhängig zu machen? Vielen Dank für Ihre Antwort!
G. ...
>------------------------------------------
Kurze Antwort
Liebe Frau ...,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich möchte Ihre Frage insbesondere mit Informationen zur aktuellen
Rechtslage bei Trennungen beantworten. Ich gehe davon aus, daß
Sie mit dem
Kindesvater nicht verheiratet sind. Finanziell haben Sie in jedem Fall
einen
Rechtsanspruch auf Unterhalt für das Kind. Ihr Partner müßte
seine Einkünfte
offenlegen, bei einer Festanstellung - auch mit einem französischem
Arbeitsvertrag - ist das Einkommen nicht verschleierbar. Dem Einkommen
entsprechend wird der Unterhaltssatz anhand der Düsseldorfer Tabelle
festgelegt, dieser Satz ist auch vom Alter des Kindes abhängig.
Kompliziert
ist ein solcher Fall bei selbständig Tätigen. Wenn ein Vater
nicht zahlt,
erhält das Kind die ihm zustehende Zahlung bis zu einem bestimmten
Lebensalter vom Jugendamt. Das Jugendamt fordert diese Zahlung vom
Vater,
Sie persönlich hätten dann nichts mehr mit den Zahlungen
zu tun. Der
finanzielle Teil Ihres Trennungswunsches wäre kein akutes Problem:
Sie
müßten den Vater auf das Unterhaltsgeld ansprechen, sich
bei einer
Rechtsberatung kundig machen wie hoch sein Satz nach der Düsseldorfer
Tabelle wäre und, falls Sie kein Geld bekommen, zum Jugendamt
gehen und die
Unterhaltszahlung für das Kind beantragen.
Schwieriger ist natürlich der emotionale Aspekt. Nach der aktuellen
Rechtslage, seit Juli 1998 tritt bei Trennungen auch von nichtverheirateten
Paaren, das Kindschaftsrecht in Kraft. In diesem Recht ist geregelt,
daß
Kinder ein Anrecht auf beide Elternteile haben, auch wenn die Eltern
getrennt sind. Das bedeutet, Sie können sich von Ihrem Partner
auf der
Beziehungsebene trennen, auf der Elternebene ist keine Trennung
möglich.
Das heißt, Sie müßten trennen zwischen der emotionalen
Verbindung, die Sie
zu Ihrem Partner aufgeben und einer Akzeptanz, die Sie Ihrem Partner
als
Vater ihres gemeinsamen Kindes gegenüber entwickeln müßten,
um Ihrer kleinen
Tochter eine positive Beziehung zu deren Vater zu ermöglichen.
Ich hoffe, Sie erst einmal mit Informationen versorgt zu haben. Sie
können
sich gerne weiter an mich wenden.
Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut,
Nandana
Anfrage 94
Ich habe ein Verhältnis mit einem Mann, der verheiratet ist, aber
aus
beruflichen Gründen bereits seit 7 Jahren von seiner Familie getrennt
lebt.
Seine Familie will nicht in Deutschland leben. Offenbar hat er das
typische
sexuelle Midlife-Crisis-Problem, d. h. er stellt jedem Rock nach, ziemlich
extrem. Er baut auch sonst ziemlichen Mist. Ich habe ein sexuelles
Verhältnis
mit ihm - nicht nur, wir haben auch ein freundschaftliches Verhältnis
und
unternehmen öfters was und reden auch. Allerdings findet keine
wirkliche
Beziehung statt. Sobald ich über die Beziehung oder über
tiefergehende
Probleme reden will, haut er einfach ab, verschwindet. Er hat noch
andere
Verhältnisse dieser Art, da bin ich fast sicher. Übers Wochenende
ist er
meist nicht erreichbar für mich. Ich weiß nichts über
sein geheimes Leben.
Das alles ist ein Fiasko, ich weiß, aber ich möchte ihn
dennoch nicht
aufgeben, weil er mir sehr viel bedeutet. Meine Frage ist, ist es nicht
möglich, daß ein Mensch mit einem solchen Charakter sich
doch noch ändert
und an seine Gefühle rankommt? Seine anderen Beziehungen können
ja auch
nicht befriedigend sein, sonst würde er nicht so intensiv den
Kontakt mit
mir suchen, was er tut. Was passiert da bei ihm und warum ist er so?
Was
kann man tun, um ihn zu ändern oder gibt es gar nichts? Auch ein
Weg mit der
allerkleinsten Hoffnung würde mich weiterbringen, da ich mich
untrennbar mit
ihm verbunden fühle und ihn ohnehin auf keinen Fall aufgeben kann.
Aber ich
habe auch Angst. Ich bedanke mich im voraus für Ihre Antwort und
warte
darauf. Viele Grüße, Grit
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Kurze Antwort
Liebe Grit,
der Königsweg für andere verändern lautet: Verändere
dein eigenes Verhalten
so lange, bis du Reaktionen bekommst, die in die Richtung gehen, die
du dir
wünschst. Manchmal muß man sich dabei ganz schön verbiegen
und manchmal läßt
man es auch besser einfach sein. Es führt nichts an der Erforschung
deiner
geheimen Wünsche, Hoffnungen, Interessen, Ideale und eingeschliffenen
Verhaltensweisen vorbei. Ob du ihn verändern wirst ist offen.
Daß du dich
weiterentwickeln kannst ist eindeutig klar. Ein Schritt der
Weiterentwicklung kann auch sein, daß du dich für jemanden
interessierst,
der besser zu dir passt. Oder passt sein Verhalten absolut perfekt
zu dir?
Im Moment scheint es unbewußt jedenfalls so zu sein, daß
es paßt und daß du
dich nicht genug kennst. Was trainierst du dadurch für eine Fähigkeit
bei
dir? Wozu zwingt dich das Leben? Ist es mehr Klarheit über deine
Wünsche?
Ist es mehr Ruhe und Zentriertheit in dir selbst zu entwickeln? Wenn
du
deine Situation erfolgreich bestehen willst, was mußt du dann
bei dir
entfalten? Das Unbewußte wird dich immer wieder in Situationen
bringen, wo
dir nichts anderes übrigbleibt als zu leiden, oder dich weiter
zu
entwickeln. Welcome to the club.
Ich hoffe diese Anregungen helfen dir etwas weiter,
mit meine besten Grüßen
Karl
Ausgewählte bisherige Anfragen und kurze Antworten
von uns dazu:
Thema
1: Ehe-, Partnerschaftsprobleme
Thema
2: Einsamkeit, Liebeskummer, Trennung
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3: Familie
Thema
4: Sinnsuche, Motivation
Thema
5: Ängste, Depressionen
Thema
6: Suchtverhalten, Zwänge
Thema
7: Sonstige Themen
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